Am 7. März 2025 wurde die Familie von Soraya, einer dreijährigen Kölnerin, nach einem dramatischen Vorfall mit einer Knopfzelle aus dem Kölner Zoo in ein Krankenhaus eingeliefert. Auf der Fahrt dorthin berichtete Soraya, dass sie etwas verschluckt habe, möglicherweise ein Bonbon. Ihr besorgter Vater reagierte alarmiert und suchte sofort medizinische Hilfe. Im Krankenhaus konnten die Ärzte anfangs nichts finden, doch die Situation war ernst. Schließlich wurde Soraya ins Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße überwiesen.

Dort wurde die gefährliche Situation klar: Soraya hatte eine Knopfzellenbatterie verschluckt. Diese Art von Batterien, die häufig in kleinen Geräten wie Spielzeugen, armbanduhren und Fernbedienungen verwendet werden, können Schäden verursachen, wenn sie im Hals stecken bleiben. Bei Kontakt mit den Feuchtigkeit in der Speiseröhre können sie einen Kurzschluss auslösen, was zu schlimmen Verätzungen führt, die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Laut BfR wurden in den letzten zehn Jahren mehrere hundert Fälle von Knopfzellen-Verschluckungen gemeldet, wobei Symptome oft erst Stunden später auftreten.

Kritische Operation und Rettung

Im Krankenhaus wurde entschieden, Soraya Honig zu geben, um eine Barriere zwischen der Batterie und der Speiseröhre zu schaffen. Ein weltweit erstmalig durchgeführter Eingriff folgte: Die Batterie wurde entfernt. „In den USA sind in den letzten Jahren 70 Kinder an den Folgen eines solchen Vorfalls gestorben“, erklärte Jost Kaufmann, der leitende Arzt, der auch eine Notfall-Konferenz zu dem Fall einberief. Neben der Entnahme der Batterie während einer Notoperation wurde ein Stück Schweineherzbeutel und ein Schwämmchen zur Blutstillung eingesetzt.

Gut ein Jahr nach diesem Vorfall hat Soraya nun fast fünf Jahre alt und den Eingriff unbeschadet überstanden. Lediglich eine vorübergehende Stimmbandlähmung litt sie, die jedoch folgenlos abheilte. Ihre Familie plant, den Kölner Zoo, den sie seit dem Vorfall nicht mehr besucht haben, wieder zu besuchen.

Aufklärung und Sensibilisierung

Um das Bewusstsein für die Gefahren von Knopfzellenbatterien zu schärfen, hat Sorayas Vater eine Petition im Bundestag gestartet. Er fordert eine gesetzliche Verpflichtung für Hersteller, eine bittere Folie über die Batterien zu legen, um Kinder vor dem Verschlucken zu schützen. Zudem hat er große Batterie-Hersteller kontaktiert und Warnaushänge in Kindertagesstätten und Musikschulen verteilt.

Es ist alarmierend, dass in Europa bislang keine umfassenden Daten über Vorfälle mit Knopfzellen vorliegen, obwohl bekannte Todesfälle in der Schweiz und Österreich dokumentiert sind. Maßnahmen zur Vorbeugung müssen ergriffen werden, da die Schwere der Verletzungen von der Ladefähigkeit der Batterie und der Verweildauer in der Speiseröhre abhängt. Laut Informationen aus Bayern sind kindersichere Verpackungen und sichere Batteriefächer in Spielzeugen dringend notwendig, um solche Unfälle zu vermeiden.

Die Geschehnisse um Soraya verdeutlichen nicht nur die Gefahr, die von Knopfzellen ausgeht, sondern auch die Notwendigkeit, Kinder und Eltern entsprechend aufzuklären und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Die Familie hofft, dass ihre Erfahrungen wertvolle Einsichten für andere bieten und künftige Unfälle verhindern helfen.