Im Jahr 2024 verzeichnete BMW einen Absatzrückgang von 4 Prozent, was in Zahlen 2,45 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge entspricht. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine verhaltene Nachfrage in China sowie Auslieferungssperren im zweiten Halbjahr zurückzuführen, die durch Probleme mit einem Bremssystem verursacht wurden. Die Kernmarke BMW lieferte 2,2 Millionen Autos aus, was einem Rückgang von 2,3 Prozent entspricht. Die Tochtermarke Mini hatte mit 245.000 Auslieferungen einen Rückgang von 17 Prozent zu verzeichnen. Rolls-Royce folgte mit 5.712 ausgelieferten Fahrzeugen, was einem Minus von 5,3 Prozent entspricht.
In China, wo die Verkaufszahlen besonders stark zurückgingen, wurden 715.000 Fahrzeuge auf Konzernebene verkauft, was einen Rückgang von 13 Prozent bedeutet. Trotz dieser Rückgänge konnten in den USA und Europa die Auslieferungen minimal gesteigert werden. Ein Lichtblick in der Bilanz von BMW ist der Bereich Elektromobilität, hier verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 13,5 Prozent mit 427.000 reinen Elektroautos.
Der Wettbewerb und seine Herausforderungen
Die Herausforderungen, vor denen die deutschen Automobilhersteller stehen, beschränken sich nicht nur auf BMW. Auch die Mercedes-Benz Group meldete einen Rückgang im Autoabsatz um 3 Prozent auf 1,98 Millionen Fahrzeuge. Hauptursache für diesen Rückgang sind die schwache Nachfrage nach teuren Modellen in China und die reduzierte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa. In China sanken die Verkäufe um 7 Prozent auf 683.600 Fahrzeuge.
Das Aufkommen lokaler Marken, insbesondere BYD, birgt zusätzliche Konkurrenz für die etablierten Hersteller. Der Absatz von Oberklassefahrzeugen wie der S-Klasse und Fahrzeugen im SUV-Segment fiel um 14 Prozent, was die gewinnorientierte Strategie von Mercedes-Benz in Frage stellt. Zudem sanken die Verkäufe vollelektrischer Autos um fast ein Viertel, was sich negativ auf die Bilanz auswirkte.
Der chinesische Automarkt im Fokus
China bleibt der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Automobilhersteller und fungiert als Innovationsmotor der Branche. Dennoch zeigen sich auch hier erste Anzeichen einer Marktsättigung; die Gesamtverkäufe sind leicht rückläufig. Der Boom bei Elektro- und Hybridfahrzeugen, die als New Energy Vehicles (NEVs) bezeichnet werden, ist jedoch ungebrochen. Laut aktuellen Daten machen NEVs 38 Prozent der in China produzierten Autos aus.
Die Herausforderungen durch ein sich veränderndes Marktumfeld und die verschärfte Konkurrenz erfordern von den Automobilherstellern strategische Anpassungen. Vertriebsleiter Jochen Goller von BMW äußerte sich zuversichtlich bezüglich des Wachstums im Jahr 2025, doch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden entscheidend sein für die zukünftige Entwicklung der Autobranche.