Die demografische Situation in der Ukraine ist alarmierend. Im Jahr 2024 wurde in der Ukraine ein besorgniserregender Rückgang der Geburtenrate verzeichnet. So starben 495.090 Menschen, während nur 176.679 Neugeborene registriert wurden. Dies bedeutet, dass die Zahl der Todesfälle etwa dreimal so hoch ist wie die der Geburten. Diese Entwicklung ist Teil eines langfristigen Trends, der bereits seit vielen Jahren anhält. Laut den Statistiken sank die Geburtenzahl im Vergleich zu 2021 um 97.093, was einem Rückgang von 35,5 % entspricht, berichtet OP Online.
Die höchsten Sterberaten wurden in der Oblast Dnipropetrowsk mit 53.268 Todesfällen registriert, gefolgt von Kiew und Charkiw mit insgesamt rund 35.000 Todesfällen. Im Gegensatz dazu gab es in Kiew die höchste Geburtenzahl, mit 19.706 Neugeborenen, während die Oblast Cherson mit nur 434 Neugeborenen die niedrigste Zahl aufwies. Es ist wichtig zu beachten, dass die Bevölkerungsdaten aus den von Russland besetzten Gebieten unvollständig sind.
Bevölkerungsverlust und Emigration
Die demografische Krise wird durch die anhaltende Migration verschärft. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 haben über 6,8 Millionen Menschen die Ukraine verlassen, wovon 6,3 Millionen in Europa Zuflucht fanden. Dies hat zu einem signifikanten Bevölkerungsverlust geführt, der in den letzten 25 Jahren etwa ein Fünftel der Bevölkerung ausmachte, von 50,9 Millionen im Jahr 1996 auf 41,4 Millionen im Jahr 2022, wie Destatis berichtet.
Eine langjährige Prognose besagt, dass die Bevölkerungszahl der Ukraine im nächsten Jahrzehnt zwischen 24 und 32 Millionen liegen könnte, was eine drastische Reduzierung gegenüber den 51,5 Millionen im Jahr 1991 darstellt. Dies würde die ukrainische Gesellschaft bis 2030 zu einer der ältesten in Europa machen, da auch der Anteil der über 65-Jährigen ansteigt, der von 15,3 % im Jahr 2011 auf 17,6 % im Jahr 2022 gestiegen ist.
Ungewisse Zukunft
Im Rahmen der demografischen Studien wird prognostiziert, dass die Bevölkerung je nach Verlauf des Krieges um 24-33 % schrumpfen könnte. Die Lebenserwartung, die im Jahr 2019 für Frauen bei 78,3 Jahren und für Männer bei 68,4 Jahren lag, könnte auf das Niveau von 2021 zurückfallen, was unter dem EU-Durchschnitt liegt. Vor dem Krieg wurde eine Bevölkerung von 35 Millionen bis 2050 als negativ angesehen, gilt jedoch jetzt als optimistisch.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ukraine vor einer ernsthaften demografischen Herausforderung steht. Die anhaltenden Konflikte haben nicht nur das gegenwärtige Leben der Bürger stark beeinflusst, sondern auch die zukünftige Stabilität der Gesellschaft ernsthaft gefährdet. Die dargestellten Daten unterstreichen die Dringlichkeit, diese Krise anzugehen, damit die Ukraine eine nachhaltige Zukunft aufbauen kann. Weitere Informationen zur europäischen Demografie finden Interessierte unter Eurostat.