Am 12. März 2025 erinnert die Stadt Zweibrücken an einen der verheerendsten Momente ihrer Geschichte. Vor 80 Jahren, am 14. März 1945, wurde die Innenstadt nahezu vollständig zerstört. Anlässlich dieses traurigen Jahrestages findet am Freitag eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Zweibrücken für Frieden, Freiheit und Demokratie“ statt, die um 17 Uhr auf dem Hallplatz beginnt. Die Veranstaltung wird von mehreren Organisationen, darunter der Ökumenische Arbeitskreis, der Historische Verein und das Bündnis Buntes Zweibrücken, unterstützt.

Charlotte Glück, Leiterin des Stadtarchivs, beschreibt den Bombenangriff der alliierten Luftwaffe, bei dem in nur zwölf Minuten rund 800 Tonnen Sprengbomben auf die Altstadt abgeworfen wurden. Diese massiven Luftangriffe führten dazu, dass 83 Prozent des historischen Stadtzentrums zerstört wurden. Trotz der rapiden Zerschlagung der Stadt überlebte etwa 3.000 Menschen die Angriffe, und dank eines großen Luftschutzkellers im Himmelsberg gab es „nur“ circa 90 Tote. Die Rückkehrer nach der Evakuierung standen fassungslos vor den Trümmern ihrer Stadt.

Gedenkveranstaltung und Ansprache des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Marold Wosnitza wird bei der Gedenkveranstaltung eine Ansprache halten, in der er die Auswirkungen des Bombardements thematisieren möchte. Etwa 300 Anwesende werden erwartet, wenn Wosnitza die Zerstörung Zweibrückens durch britische Bomber in den Kontext der Kriegsgeschichte stellt. Er betont, dass die Luftangriffe eine Reaktion auf den durch die Nazis verursachten Tod darstellen und dass der Krieg von Deutschland ausging. Besorgnis äußert Wosnitza auch über den Zulauf rechter Strömungen in Deutschland, während er zur Teilnahme an der Social-Media-Aktion „Reclaim TikTok“ aufruft, um gegen solche Tendenzen ein Zeichen zu setzen.

Erinnerungen an den Krieg kommen auch von Schülern des Helmholtz-Gymnasiums. Zwei Abiturientinnen berichten über das Leid, das Kriege mit sich bringen, und teilen die bewegenden Erfahrungen ihres Großvaters während des Bombenangriffs. Zudem wird Michael Schubert, erster Vorsitzender des Historischen Vereins, über die Zerstörung des Krankenhauses St. Elisabeth sprechen und die Dauer des Bombardements von 23 Minuten erwähnen. Dabei vergleicht er die Zerstörungen mit den Bombardierungen von Städten wie Rotterdam und Coventry, die ebenfalls unter dem Naziterror litten.

Die Bedeutung des Erinnerns

Ingrid Satory vom Bündnis Buntes Zweibrücken hebt die Vielfalt in der Stadt hervor und betont die Wichtigkeit der Menschen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Berufen. Pfarrer Emmanuel wird daran erinnern, welche christlichen Werte das friedliche Zusammenleben prägen. Die Veranstaltung wird musikalisch von der Band Bonni Blue umrahmt, und wie es Tradition ist, singen die Teilnehmer am Ende das Lied „Die Gedanken sind frei“ von Hoffmann von Fallersleben.

Die Geschichte der Luftangriffe, die während des Zweiten Weltkriegs weitreichende Auswirkungen auf Zivilisten hatte, spiegelt sich in Zweibrückens tragischem Schicksal wider. Ab 1943 hatten die Alliierten die uneingeschränkte Luftherrschaft über Deutschland erlangt und führten gezielte Angriffe auf das Verkehrsnetz und die Treibstoffversorgung durch. Historische Rückblicke wie diese sind wichtig, um die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und für Frieden und Demokratie einzutreten. Die Gedenkveranstaltung unterstreicht die Notwendigkeit, sich an die eigene Geschichte zu erinnern und für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

Weitere Informationen über diesen bedeutenden Tag und die Gedenkveranstaltung finden Sie in den Berichten von Rheinpfalz und Saarbrücker Zeitung, die den historischen Kontext und die Auswirkungen der Luftangriffe detailliert aufzeigen. Ein umfassender Einblick in die Kriegsführung und die Luftangriffe ist auch auf der Webseite des DHM zu finden.