Am Samstag demonstrierten tausende Menschen in Baden-Württemberg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Die IG Metall hatte zu dieser Großkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz eingeladen. Mitarbeiter von namhaften Unternehmen wie Mercedes-Benz, Porsche, Mahle und Bosch sowie Beschäftigte von Autohäusern und Kfz-Werkstätten nahmen daran teil. Der Anlass ist eine sich zuspitzende Lage in der Industrie und die wachsende Sorge um Arbeitsplätze, die zunehmend unter Druck stehen.
Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall in Baden-Württemberg, betonte, dass massive Investitionen in zukunftssichere Arbeitsplätze, moderne Technologien und erneuerbare Energien notwendig sind. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin schätzt, dass auch im kommenden Jahr ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten ist. Laut der IG Metall versammelten sich rund 25.000 Teilnehmer in Stuttgart, während die Polizei keine genaue Schätzung abgeben konnte.
Mehr als nur eine lokale Angelegenheit
Die Demonstration in Stuttgart war Teil eines bundesweiten Aktionstags der IG Metall und der IGBCE unter dem Motto „Mein Arbeitsplatz. Unser Industrieland. Unsere Zukunft!“. Insgesamt beteiligten sich etwa 77.000 Menschen an den verschiedenen Veranstaltungen in Städten wie Hannover, Köln, Frankfurt und Leipzig, die alle um 11:55 Uhr begannen, symbolisch unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“. In Köln etwa demonstrierten mehrere tausend Gewerkschaftsmitglieder für die gleiche Sache.
Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, war als Hauptredner anwesend und forderte eine starke Industrie, um sichere Arbeitsplätze und breiten Wohlstand zu gewährleisten. Er äußerte sich kritisch gegenüber den Arbeitgebern und forderte ein Ende der „unproduktiven Abbau- und Verlagerungsfantasien“. Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, wies diese Vorwürfe zurück und machte die Gewerkschaften mitverantwortlich für die hohen Lohnkosten in Deutschland.
Forderungen und Unterstützung
Führende Stimmen der IG Metall, darunter Christiane Benner, forderten schnelles Handeln und Investitionen von Politik und Unternehmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie, die laut IG Metall massiv unter Druck steht. Diese Forderung wurde auch in NRW von Knut Giesler, dem Bezirksleiter der IG Metall, unterstützt, der in einem weiteren Kontext die Notwendigkeit von Investitionen zur Modernisierung des Wirtschaftsstandorts und einer grünen Transformation der Industrie betonte.
Die anhaltenden Anliegen der Gewerkschaft umfassen auch ein Bekenntnis der Arbeitgeber zum Standort Deutschland sowie eine Garantie sozialer Sicherheit im Wandel. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IGBCE, warnte vor den negativen Auswirkungen von Sparprogrammen, die zur weiteren Verlagerung von Arbeitsplätzen führen könnten. Während der VDMA die Forderungen der IG Metall nach Bevorzugung tarifgebundener Unternehmen kritisierte, lehnt Benner Änderungen an den Arbeitszeitregelungen ab, um Ruhezeiten und Gesundheitsschutz zu gewährleisten.
Die Situation ist klar: Die Gewerkschaften kämpfen nicht nur um den Erhalt bestehender Arbeitsplätze, sondern auch um zukunftsorientierte Ansätze, die dem deutschen Industriesektor einen verlässlichen Rahmen bieten können. Dies macht die Demonstrationen zu einem entscheidenden Faktor in den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Debatten.
SWR.de berichtet, dass …
Welt.de berichtet, dass …
n-tv.de berichtet, dass …