In und um Dresden haben Diebe in den vergangenen Wochen zahlreiche Wohnmobile gestohlen. Diese Serie von Diebstählen erstreckte sich über einen Zeitraum von weniger als drei Monaten, in dem die Täter mindestens zehn Fahrzeuge entwendeten und anschließend nach Polen zum Weiterverkauf transportierten. Laut Tag24 wird in einem aktuellen Gerichtsverfahren gegen die Hauptangeklagten Pawel Z. (35), Adam N. (43) und Michal B. (33) verhandelt, die Teil einer international agierenden Bande sind.

Die Diebe agierten offenbar auf der untersten Hierarchieebene der organisierten Kriminalität. Sie sahen sich jedoch nicht als gewöhnliche Straftäter, sondern hatten sich sogar eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „wir fahren“ eingerichtet, um Informationen über ihre Beute auszutauschen. Ermittlungen ergaben, dass sie teilweise „dilettantisch“ in die Fahrzeuge einbrachen und zudem Handy-Fotos der gestohlenen Wagen als „Arbeitsnachweis“ speicherten.

Diebstähle und ihre Konsequenzen

Die Verfahren gegen die drei Männer sind bereits weit fortgeschritten. Pawel Z. wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, während Adam N. eine Gesamtstrafe von vier Jahren und vier Monaten verbüßen muss, nachdem er bereits im Januar wegen eines anderen Diebstahls verurteilt worden war. Michal B. wurde mit einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten belegt. Die Ermittlungen gegen die Bande, die tief in die internationale Fahrzeugkriminalität verwickelt ist, laufen unterdessen weiter, und neue Anklagen könnten folgen.

Parallel zu den aktuellen Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaft Dresden und die Soko-Kfz des Landeskriminalamtes Sachsen auch in andere schwere Diebstahlsfälle verwickelt. In einer separaten Ermittlung stehen zehn polnische Beschuldigte im Verdacht, zwischen August 2018 und Juni 2019 mehr als 40 Fahrzeuge verschiedener Marken gestohlen zu haben. Auch hier wurden die Fahrzeuge in die Republik Polen überführt und dort verwertet, was auf ein gut organisiertes und arbeitsteiliges Verbrechensnetz hindeutet. In diesem Zusammenhang wurden am 13. Oktober 2020 mehrere Durchsuchungen in Polen durchgeführt, bei denen zahlreiche Beweismittel sichergestellt wurden.

Internationale Kooperation zur Bekämpfung des Autodiebstahls

Diese Vorfälle werfen ein Licht auf die Herausforderungen, die die Bekämpfung von internationalem Autodiebstahl in Deutschland darstellen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert seit längerem eine verstärkte internationale Zusammenarbeit. André Schulz, Bundesvorsitzender des BDK, betont die Dringlichkeit, belastbare Informationen über Täter und deren Vorgehensweisen im Rahmen grenzüberschreitender Ermittlungen zu zentralisieren. Besonders im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien gibt es eine erhöhte Notwendigkeit für optimierte Vernetzungen und Datenzugriffe.

Die grenzüberschreitende KFZ-Kriminalität verursachte im vergangenen Jahr allein in Deutschland Vermögensschäden von etwa 450 Millionen Euro. Anlässlich dieser Statistiken fordert der BDK die Einrichtung einer internationalen Ermittlungsgruppe, um die Strafverfolgung in solchen Fällen effizient zu gestalten. Eine solche Koordination könnte die Zusammenarbeit zwischen deutschen Behörden und ihren polnischen sowie tschechischen Kollegen verbessern und so die Sicherheit in den betroffenen Regionen erhöhen.