Im Vorfeld des diesjährigen Silvesterfestes verzeichnet der Feuerwerkshersteller Weco aus Eitorf einen bemerkenswerten Anstieg des Umsatzes. Dr. Oliver Gerstmeier, Sprecher von Weco, prognostiziert einen Umsatzanstieg um rund 10% im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist ein erfreuliches Signal, denn es markiert das dritte Jahr in Folge, in dem der Umsatz steigt, was für das Unternehmen historisch einmalig ist. Der Umsatzanstieg in den Jahren 2022 und 2023 wurde durch Nachholeffekte der Corona-Pandemie beeinflusst, wobei der Anstieg im Jahr 2024 nicht mehr durch diese Faktoren zu erklären ist. Insbesondere überraschten die schnell ausverkauften Überraschungspakete und die hohen Bestellungen von Supermärkten, die mehr Feuerwerk als je zuvor kauften.
Eine gute Nachricht für Weco ist, dass die Rückgabequote von Lebensmitteleinzelhändlern drastisch gesenkt werden konnte: Früher lag diese bei etwa 20%, mittlerweile gibt es kaum Rückgaben. Zudem hat Weco seine Produktionskapazität seit Ende der Corona-Pandemie erfolgreich erhöht. Trotz anhaltender Kritiken und Forderungen nach einem Böllerverbot bleibt das Interesse an Feuerwerk ungebrochen. Das Unternehmen generiert etwa 90% seines Jahresumsatzes um den Jahreswechsel.
Böllerverbot im Diskurs
Angesichts der gefährlichen Vorfälle in der Silvesternacht, bei denen durch Feuerwerksunfälle mindestens fünf Menschen starben und viele weitere verletzt wurden, gibt es zunehmende Forderungen nach einem Böllerverbot, unterstützt von Organisationen wie der Deutschen Umwelthilfe und der Gewerkschaft der Polizei. In der Silvesternacht kommt es häufig zu Sach- und Personenschäden, die eine umfassende Debatte über die Verwendung von Feuerwerk anstoßen. Der Verkauf und das Abbrennen sind in Deutschland durch die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz reguliert, wobei den Bürgern das Recht zusteht, ein mögliches Böllerverbot gerichtlich überprüfen zu lassen.
Ein vollständiges Böllerverbot könnte die bisherigen Ausnahmen für bestimmte Tage und Orte abschaffen. Gesundheits- und Umweltschutz sind zwei wichtige Argumente für eine solche Maßnahme, da Feuerwerk zur Feinstaubbelastung beiträgt und sich negativ auf Tiere auswirkt, wie zahlreiche Berichte belegen. Laut Umweltbundesamt wird die höchste Feinstaubbelastung jährlich am 1. Januar registriert. Jährlich setzen Feuerwerkskörper rund 2.050 Tonnen Feinstaub frei, 75% davon in der Silvesternacht.
Sicherheitsrisiken und Vorsichtsmaßnahmen
Die Gefahr von Verletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit Böllern und Raketen ist besonders hoch, vor allem in der Silvesternacht. Dies wird durch die Verdopplung der Einsatzzahlen des Rettungsdienstes in Dortmund bestätigt. Die ärztliche Leiterin des dortigen Rettungsdienstes, Kathrin Schaller, warnt vor einem erhöhten Risiko, insbesondere in Verbindung mit Alkoholkonsum. Um die Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz, nur zugelassene Feuerwerkskörper zu verwenden und Kinder möglichst fernzuhalten.
Die aktuellen Umsätze und das ungebrochene Interesse an Feuerwerk stehen im Kontrast zu den Sicherheitsbedenken und den gesundheitlichen Auswirkungen, die mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern verbunden sind. Wie die Erhebung über Verkaufszahlen zeigt, sind diese seit Jahren rückläufig, und es bleibt abzuwarten, ob die Diskussion über ein Böllerverbot Veränderungen in der Branche herbeiführen wird.
Die Situation um Feuerwerk in Deutschland verdeutlicht die Spannung zwischen Tradition und Sicherheit. Weco wird weiterhin versuchen, seinen Umsatz zu steigern, während gleichzeitig die Forderungen nach mehr Sicherheit und einem möglichen Verbot lauter werden.