Bio-Lebensmittel sind mittlerweile aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Doch trotz eines wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit sind diese Produkte häufig in Plastik verpackt. Dies ist eine Facette, die nicht nur Bio-Käufer, sondern auch Querdenker in der Nachhaltigkeitsdiskussion beschäftigt. Laut einem Artikel von Merkur dient die Verpackung von Bio-Produkten nicht nur als Schutzhülle, sondern auch als eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zu konventionellen Lebensmittelangeboten.

In der Europäische Union ist es durch die Verordnung (EG) Nr. 889/2008 vorgeschrieben, dass Bio-Produkte vor Kontakt mit konventionellen Produkten geschützt werden müssen, um mögliche Pestizidübertragungen zu verhindern. Viele Supermärkte verzichten bereits auf gestaffelte Verpackungen für Obst und Gemüse, da diese natürlichen Veränderungen in der Schale der Produkte entgegenwirken. Dennoch wird argumentiert, dass der Einsatz von Plastik die Haltbarkeit verlängert und somit zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung beiträgt.

Schutz und Nachhaltigkeit

Die Lagerung von Bio-Waren in Supermärkten ist oft eine Herausforderung. Ihre Vorratsbestände sind geringer, was den Einsatz von Verpackung notwendig macht, um Beschädigungen zu vermeiden. Interessanterweise zeigen jüngste Untersuchungen, dass in Plastik verpackte Gurken nachhaltiger sind als unverpackte. Alternative Verpackungsformen wie Papierbanderolen oder Aufkleber haben sich bisher nicht durchsetzen können, was die Notwendigkeit der Verwendung von Plastik unterstreicht.

In einem innovativen Schritt testet das Unternehmen Rewe ein sogenanntes Laser-Logo, das die oberste Schicht der Schale bearbeitet, ohne den Geschmack oder die Haltbarkeit des Produkts zu beeinträchtigen. Diese Technik passt jedoch nicht für alle Obst- und Gemüsesorten, wie beispielsweise Zitrusfrüchte oder dünnschalige Bio-Gurken.

Nachhaltigkeit in der Verpackungsindustrie

Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und erstreckt sich über vielfältige Bereiche, wie auch die Verpackungsindustrie. Gemäß verpackung.org umfassen die drei zentralen Säulen der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales. In der Verpackungswirtschaft wird Nachhaltigkeit als entscheidender Einflussfaktor für die kommenden Jahre betrachtet. Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 zeigt, dass 69,5 % der Verbraucher bei ihren Käufen von Produkten durch nachhaltige Verpackungen beeinflusst werden.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen Verpackungen rund 4% zum weltweiten Abfall bei und sind für etwa 1% des globalen CO2-Fußabdrucks verantwortlich. Seit der Einführung des Verpackungsgesetzes im Jahr 2019 haben sich die Recyclingquoten erheblich verbessert. 2019 betrug die Recyclingquote in Deutschland 73,3%, mit 48% der Verpackungen, die direkt in den Kreislauf zurückfließen und erneut verwendet werden.

Fortschritte in der Verpackungsindustrie, wie 40% weniger Energie für die Herstellung von Behälterglas seit den 1960er Jahren sowie signifikant verringertes Gewicht von Getränkedosen und PET-Flaschen, beweisen, dass die Branche sich aktiv um umweltfreundliche Lösungen bemüht. Die Herausforderungen sind jedoch erheblich und erfordern ein umgreifendes Umdenken im Umgang mit Ressourcen.