Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat bei der Bundestagswahl 2025 ein vorläufiges Ergebnis von 4,972 Prozent erzielt, was nicht ausreicht, um in den Bundestag einzuziehen. Lediglich 0,028 Prozentpunkte fehlen dem BSW, um die notwendige Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Die Partei sieht sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, die vermeintlich fehlenden 13.435 Stimmen aufzuspüren. Diese könnten in den Ergebnissen des Bündnis Deutschland (BD) verwechselt worden sein, welches bundesweit nur 0,2 Prozent erhielt, jedoch lokal deutlich bessere Ergebnisse erzielte.

Besonders in der Gemeinde Brecht in Rheinland-Pfalz hatte das BD mit 8,3 Prozent einen auffällig hohen Stimmenanteil, wohingegen das BSW in derselben Region null Prozent erzielte. Fabio De Masi, Europapolitiker des BSW, bezeichnete die Anomalien als „statistisch sehr auffällig“ und verwies auf vergleichbare Übertragungsfehler, die bereits bei der Europawahl 2024 auftraten. Die Bundeswahlleiterin wies darauf hin, dass bis zum amtlichen Endergebnis noch Änderungen erfolgen können.

Nachzählung und Fehlermöglichkeiten

In mehreren Wahlbezirken, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen, sind Nachzählungen der Stimmen angelaufen. In Nordrhein-Westfalen wird dabei ein besonderer Fokus auf die Stimmen des BSW gelegt, wo alle 64 Wahlkreise erneut überprüft werden sollen. Obwohl in Brandenburg und Schleswig-Holstein nur wenige Fehler festgestellt wurden, gab es in Hessen falsche Zuordnungen, die nun korrigiert werden. Auch im Lahn-Dill-Kreis traten Fehler zugunsten anderer Kleinstparteien auf.

Das BSW hat jedoch Schwierigkeiten, vollständige Wahldaten zu erhalten, was eine genaue Überprüfung der Ergebnisse erschwert. De Masi kritisierte die mangelhafte Datenverfügbarkeit als „Skandal“ und forderte eine sorgfältige Wahlprüfung. Seiner Einschätzung nach könnten die Übertragungsfehler im mittleren vierstelligen Bereich liegen. Zudem wurden die Stimmen von Auslandsdeutschen nicht gesondert erfasst, was zu Unsicherheiten über die tatsächliche Wahlbeteiligung dieser Gruppe führt.

Politische Auswirkungen und mögliche rechtliche Schritte

Die Bundestagswahl 2025 hat entscheidende Auswirkungen auf die zukünftige Regierungsbildung in Deutschland. Mit dem verpassten Einzug des BSW wird es für die CDU/CSU und die SPD einfacher, Koalitionen zu bilden. CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz könnte nun ggf. eine schwarz-rote Koalition anstreben. Eine Zusammenarbeit mit der AfD wird von der Union ausgeschlossen, was bedeutet, dass mögliche Regierungsbildungsvarianten im Rahmen der traditionellen Volksparteien bleiben.

Ein rechtliches Nachspiel für die Bundestagswahl 2025 scheint nun wahrscheinlicher. Fabio De Masi macht deutlich, dass die Fristen für die Wahlunterlagen für Auslandsdeutsche zu knapp kalkuliert und die bürokratischen Verfahren zu kompliziert gestaltet seien. Auch die schlechten Exit Polls am Wahltag, die den Eindruck erweckten, dass das BSW keine Chance auf den Einzug habe, werden als problematisch angesehen. Vor der Wahl berichteten Umfragen von einer „massiven Medienkampagne“ gegen das BSW, die den Einfluss auf das Wahlergebnis verstärkt haben könnte.

Der Bundeswahlausschuss hat angekündigt, am 14. März 2025 das endgültige amtliche Ergebnis bekannt zu geben. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob das BSW rechtliche Schritte einleitet, um eine Überprüfung des Wahlergebnisses zu erreichen.

Für den Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass die Geschichte der Bundestagswahlen in Deutschland geprägt ist von wechselnden Wählerstimmen und Wahlverhalten. Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 beispielsweise hatte die SPD 25,7 Prozent der gültigen Zweitstimmen erzielt, während die CDU auf 19,0 Prozent kam. In diesem aktuellen Wahlzyklus sind viele Faktoren zu beachten, die das Wählerverhalten beeinflussen können, auch bei kleineren Parteien ist die Dynamik oft eine herausfordernde Angelegenheit.

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