Im Februar 2025 wird in Füssen ein neues Jugendparlament gewählt, nachdem die ursprünglich für November 2024 geplanten Wahlen aufgrund mangelnden Interesses verschoben werden mussten. Interessierte Jugendliche können sich bis zum 7. Februar 2025 beim Jugendparlament oder im Jugendzentrum Füssen melden. Diese Wahl findet in der Woche vor den Bundestagswahlen statt, was möglicherweise zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Belange der Jugend lenken könnte.

Das Jugendparlament Füssen, das im Jahr 2022 im Rahmen eines P-Seminars Sozialkunde des Gymnasiums Füssen gegründet wurde, verfolgt das Ziel, die Beteiligungsrechte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der Kommunalpolitik zu sichern. Die Organisation fungiert dabei als Bindeglied zwischen der Jugend und der Stadt Füssen und möchte sicherstellen, dass die Anliegen und Ideen der Jugendlichen in politische Entscheidungsprozesse einfließen.

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Ziele und Aufgaben des Jugendparlaments

Ein zentrales Ziel des Jugendparlaments ist die Förderung demokratischer Lernprozesse und gesellschaftlicher Verantwortung unter Jugendlichen. Lukas Grosch, Vorstand des Jugendparlaments, hebt die Bedeutung politischer Bildung hervor. Das Jugendparlament organisiert Aktionen wie „die lange Nacht der Demokratie“, um Jugendliche über politische Themen zu informieren.

Zu den bisherigen Projekten gehören unter anderem der barrierefreie Zugang zum Skateplatz sowie Verbesserungen am Basketballplatz. Ein neuer Calisthenics-Park ist in Planung, und es soll jährlich eine Umfrage zu Themen durchgeführt werden, die für die Jugend von Interesse sind.

Mitbestimmung und Engagement

Kandidieren können Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren, die in Füssen zur Schule gehen oder dort wohnen. Das Jugendparlament besteht aus maximal elf Mitgliedern, die aus sechs öffentlichen Schulen in Füssen und Schwangau gewählt werden. Jedes Jahr finden drei Sitzungen statt, in denen die Beschlüsse auf der Internetseite und den Social-Media-Kanälen des Jugendparlaments sowie der Stadt Füssen veröffentlicht werden.

Das Gremium hat die Möglichkeit, Empfehlungen und Stellungnahmen an die Stadtverwaltung und den Stadtrat abzugeben. Die Tätigkeiten im Jugendparlament sind ehrenamtlich, jedoch erhalten die Mitglieder eine Sitzungsentschädigung von zehn Euro pro Sitzung. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung zielt darauf ab, die Interessen der Jugendlichen zu vertreten und ihr politisches Bewusstsein sowie ihre Beteiligungsbereitschaft zu stärken.

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Die Idee der Kinder- und Jugendbeteiligung hat auch über Füssen hinaus an Bedeutung gewonnen. Die Initiative, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Stadt oder Gemeinde mitbestimmen können, ist in Deutschland seit 2015 gestärkt worden. In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile einen Anstieg von 53% auf 68% der Kommunen mit Jugendbeteiligungsangeboten zwischen 2018 und 2024, wie die Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg 2023“ zeigt. Formen der Beteiligung umfassen repräsentative Vertretungen wie Jugendparlament und Jugendrat, sowie offene Formate wie Jugendhearing und Jugendkonferenz.

Das Jugendparlament Füssen lädt alle interessierten Jugendlichen ein, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuarbeiten. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Stadt Füssen oder auf den Social-Media-Kanälen des Jugendparlaments zu finden.

Für detaillierte Informationen zu den bevorstehenden Wahlen und der Arbeit des Jugendparlaments, besuche Merkur, Stadt Füssen und LPB BW.