In Schwäbisch Gmünd wird seit Dienstag der 29-jährige Peter S. vermisst. Seine Angehörigen leben in Angst und Ungewissheit, eine Emotion, die viele Menschen empfinden, wenn ein Familienmitglied vermisst wird. Rund um Weinstadt sucht die Polizei seit über einer Woche nach der 14-jährigen Soey K. Die Polizei in Aalen reagiert sofort, wenn jemand als vermisst gemeldet wird, und hält dabei keine Wartezeiten von 24 Stunden oder mehr ein, wie Schwäbische Post berichtet.
Eine Person gilt als vermisst, wenn ihr Aufenthaltsort unbekannt ist, sicher ist, dass sie ihren Lebenskreis verlassen hat, und Anhaltspunkte für eine Gefahr für Leib oder Leben bestehen. Bei Kindern wird schneller und intensiver reagiert, da sie ihren Aufenthaltsort nicht selbständig wählen dürfen. Die Einschätzung der Gefahr ist jedoch oft von konkreten Hinweisen wie einem Abschiedsbrief oder einer schweren Erkrankung abhängig.
Suchmaßnahmen und Unterstützung
Die Polizei setzt verschiedene Mittel ein, um vermisste Personen zu finden. Dazu zählen Hubschrauber, Pferdestaffeln und andere Einsatzkräfte wie die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und Rettungshundestaffeln. Im Jahr 2023 wurden 1.609 Menschen beim Polizeipräsidium Aalen als vermisst gemeldet, viele davon aus Kinder- und Jugendeinrichtungen. Angehörige werden aufgefordert, zunächst alle Orte abzusuchen, an denen die vermisste Person gerne verweilt, und die Polizei frühzeitig zu informieren.
Das Bundeskriminalamt (BKA), welches 1951 gegründet wurde, bearbeitet ebenfalls Vermisstenfälle in Deutschland. Die Aufgaben der „Vermisstenstelle“ des BKA umfassen die Fahndung nach vermissten Personen, die Identifizierung von unbekannten Leichen sowie die Unterstützung hilfloser Personen. Eine solche Unterstützung erfolgt oft, wenn Gefahr für Leib oder Leben angenommen wird, z.B. bei vermissten Minderjährigen, für die immer von einer Gefahr ausgegangen wird. Das BKA hat ein Informationssystem der Polizei (INPOL), in dem vermisste Personen erfasst werden, um eine schnelle Recherche zu ermöglichen, wie BKA hervorhebt.
Statistiken und Anteil der vermissten Personen
Am 1. Januar 2025 waren in Deutschland rund 9.420 Vermisstenfälle registriert. Täglich kommen etwa 200 bis 300 neue Fahndungen hinzu, wobei etwa 50 % der Fälle sich innerhalb der ersten Woche aufklären. Besonders auffällig ist, dass über zwei Drittel der vermissten Personen männlich sind und etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Im Jahr 2024 waren rund 18.100 Kinder vermisst, von denen 96,7 % bis Jahresende wieder aufgeklärt wurden. Ein bemerkenswerter Aspekt sind die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF), deren Zahl im Jahr 2024 auf circa 4.300 anstieg, wie die Tag24 berichtet.
Kriminelle Hintergründe können ebenfalls Gründe für das Verschwinden von Personen sein, zu denen ausgerissene Teenager und demenzkranke Senioren gehören. Die Polizei findet in der Regel vermisste Personen nach wenigen Tagen, und Informationen über das Wiederauftauchen werden ebenfalls bereitgestellt. Leser werden ermutigt, bei Hinweisen zum Verschwinden umgehend die örtliche Polizei zu informieren.