Am 12. März 2025 wurde Prof.in Ursula Staudinger als Rektorin der Technischen Universität Dresden (TUD) für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Im ersten Wahlgang bestätigte sie ihre Position mit einer Mehrheit der Stimmen des Erweiterten Senats und setzte sich erfolgreich gegen Prof. André Thess durch. Staudinger betonte während der Wahl die zentrale Rolle der TUD als breit aufgestellte Technische Universität, die Lösungen für wesentliche globale Herausforderungen in den Bereichen Forschung, Lehre und Transfer entwickeln soll.
Schwerpunkte ihrer Agenda sind die Klimakrise, Ressourcenknappheit, Energiekrise und der demographische Wandel. „Diese dringenden Themen müssen angegangen werden, um zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln“, sagte Staudinger. Sie plant, den bereits eingeschlagenen Weg in der Exzellenzstrategie fortzusetzen und den Selbstbericht hierzu fristgerecht zum 1. August einzureichen.
Exzellenzstrategie und Forschung
Die TUD nimmt im Rahmen der Exzellenzstrategie an sechs Exzellenz-Clustern und -Initiativen im finalen Wettbewerb teil, wovon vier in eigener Verantwortung liegen. Die Exzellenzstrategie, die seit 2016 besteht, zielt darauf ab, die Spitzenforschung an deutschen Universitäten zu unterstützen und den Wissenschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken. Die Universität kann auf eine herausragende Forschungsgeschichte zurückblicken, die durch Programme zur Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen und der Vernetzung im Wissenschaftssystem geprägt ist.
Staudinger plant, regionale Netzwerke im DRESDEN-concept Science and Innovation Campus auszubauen und den Strukturwandel in der Lausitz aktiv zu unterstützen. Auch ein interdisziplinärer Master-Studiengang Astrophysik sowie die Schaffung entsprechender Professuren stehen auf der Agenda. Neben den lokalen Vorhaben möchte die TUD Partnerschaften mit Unternehmen wie TSMC und internationalen akademischen Institutionen in Indien vertiefen.
Förderung von Nachwuchswissenschaftlern
Ein weiterer wichtiger Aspekt von Staudingers Rektorat ist die Förderung der Gründungskultur an der TUD. Das Excellence Center TUD|excite, das unter ihrer Leitung gegründet wurde, spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Gründergeist und Innovationen. Die Programme für Nachwuchswissenschaftler und Studierende sollen nicht nur Spitzenforschung und Technologietransfer unterstützen, sondern auch zur Regionalentwicklung beitragen.
Ein zukunftsweisendes Ziel ist die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Lehre und Verwaltung, um Abläufe zu beschleunigen und Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien zu schärfen. Staudinger betonte, dass die Entwicklung attraktiver Studiengänge in enger Zusammenarbeit mit Akkreditierungsagenturen erfolgen soll, um die Qualität und Relevanz der Studienangebote zu erhöhen.
Persönliches Profil
Prof.in Ursula Staudinger, die Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Clark University in Massachusetts studierte, ist eine gefragte Expertin auf dem Gebiet der Alternsforschung. Nach ihrer Promotion 1988 an der FU Berlin und der Habilitation 1997 am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung nahm sie verschiedene akademische Positionen ein, darunter eine Professur an der Jacobs University Bremen und eine Tätigkeit am Columbia Aging Center in New York. Seit 2020 ist sie als Rektorin an der TUD aktiv und wird ihr Amt am 18. August 2025 erneut antreten.
Mit ihrer Wiederwahl steht Staudinger vor der Herausforderung, die TUD weiterhin als führende Forschungsuniversität zu positionieren und neue Impulse in der Zusammenarbeit mit der Industrie sowie der akademischen Welt zu setzen.