Die Universität Greifswald hat ihre Aktivitäten auf der Plattform X, ehemals bekannt als Twitter, eingestellt. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Bewegung, der sich mittlerweile über 60 deutschsprachige Hochschulen und Forschungsinstitutionen angeschlossen haben. Der Rückzug von X erfolgt aufgrund der Unvereinbarkeit der Plattformausrichtung mit den Grundwerten dieser Institutionen, zu denen Weltoffenheit, wissenschaftliche Integrität, Transparenz und demokratischer Diskurs zählen.

In den letzten Monaten haben sich auf der Plattform Veränderungen gezeigt, die zur Entscheidung führten. Die algorithmische Verstärkung rechtspopulistischer Inhalte und die Einschränkung der organischen Reichweite werden als unvertretbar angesehen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen betonen die Bedeutung einer faktenbasierten Kommunikation und die Notwendigkeit, sich gegen antidemokratische Kräfte zu positionieren. Die Universität Greifswald hat seit Ende 2024 keine Beiträge mehr auf X veröffentlicht und empfiehlt anderen Einrichtungen, diesem Beispiel zu folgen.

Alternative Plattformen und Beobachtungen

Die Universitäten setzen zunehmend auf alternative Plattformen wie Mastodon und Bluesky, um ihre Kommunikation fortzusetzen. Trotz der Entscheidung, auf X nicht mehr aktiv zu sein, bleibt die Entwicklung der verschiedenen Social-Media-Plattformen im Blick. Dieser Ansatz spiegelt sich in der Analyse wider, wonach soziale Netzwerke und Webseiten relevante Werkzeuge für die Online-Präsentation von Hochschulen sind. Rund 95% der über 400 Hochschulen in Deutschland sind in sozialen Netzwerken aktiv, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen.

Die Entwicklung und Nutzung sozialer Medien sind für die Hochschulkommunikation essenziell. Eine Untersuchung von über 2.500 Hochschulen zeigt, dass größere Einrichtungen tendenziell mehr Follower gewinnen. Soziale Netzwerke tragen maßgeblich dazu bei, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und Angebote der Hochschulen bekannt zu machen.

Folgen für die Sichtbarkeit

Wie eine Analyse verdeutlicht, verlieren Hochschulen ohne Social Media an weltweiter Sichtbarkeit. Im Vergleich dazu haben Universitäten wie Harvard über 6,6 Millionen Follower, während führende deutsche Institutionen großen Wert auf eine ausgeglichene und umfassende Online-Präsenz legen. Die Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alanus sowie die RWTH Aachen sind nur einige der zahlreichen beteiligten Institutionen, die den Schritt zur beendeten Nutzung von X vollziehen. Eine Liste der beteiligten Institutionen umfasst:

  • Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
  • Bauhaus-Universität Weimar
  • Freie Universität Berlin
  • RWTH Aachen
  • Universität Heidelberg
  • …und viele weitere Hochschulen und Forschungsinstitute.

Auf lange Sicht stellt sich die Frage, wie diese Entscheidung die Kommunikationsstrategien der Hochschulen beeinflussen wird. Die Herausforderungen und Trends im Bereich der digitalen Kommunikation erfordern von den Hochschulen eine kontinuierliche Anpassung ihrer Strategien, um auch in Zukunft relevant zu bleiben. Die Hochschule wird weiterhin Fortschritte in der Entwicklung der Plattformen beobachten und sich für ihre Werte einsetzen, um den demokratischen Diskurs und die wissenschaftliche Integrität zu wahren.