US-Präsident Donald Trump hat heute bekannt gegeben, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über den Gazastreifen übernehmen wollen, um das Gebiet wirtschaftlich zu entwickeln. Trump betonte mit Nachdruck: „Die USA werden den Gazastreifen übernehmen. Wir werden ihn besitzen.“ Einer der Hauptpunkte seiner geplanten Initiative ist die Beseitigung gefährlicher, nicht explodierter Bomben und anderer Waffen, die in der Region zurückgelassen wurden. US-Sondergesandter Steve Witkoff berichtete, dass derzeit etwa 30.000 solcher Sprengsätze im Gazastreifen vorhanden sind und dass die Region dringend an Wasser, Strom und Benzin leidet. Laut Witkoff könnte der Wiederaufbau des Gazastreifens 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen. Trump bezeichnete den Gazastreifen als „elendes Loch“ nach 15 Monaten kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas.

In diesem Kontext trat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute im Weißen Haus auf, um mit Trump über eine mögliche Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu diskutieren. Während die Pläne Trumps auf internationalem Parkett bereits für Aufregung sorgen, gab es auch Proteste gegen seine Vorschläge. In Ägypten, wo Hilfstransporte über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen stattfinden, demonstrierten Menschen mit ägyptischen und palästinensischen Flaggen. Ägyptischer Staatschef Abdel Fattah al-Sisi kritisierte Trumps Vorschlag als ungerecht und warnte vor möglichen Umsiedlungen der Palästinenser.

Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah

Ergänzend zu den Entwicklungen um den Gazastreifen wurde heute auch der Grenzübergang Rafah offiziell wieder geöffnet. Dieser Grenzübergang, der zwischen Ägypten und dem Gazastreifen verläuft, wird nun von Beamten der Palästinensischen Autonomiebehörde betrieben und erhält Unterstützung von EU-Grenzschützern. Diese Entscheidung steht in Einklang mit den letzten Verhandlungen zwischen israelischen und ägyptischen Behörden. Die Wiedereröffnung des Rafah-Grenzübergangs ermöglicht dringend benötigte Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen, die stark unter den Folgen des Konflikts leidet.

In Deutschland meldete sich Kanzler Olaf Scholz zu Wort und sprach sich für einen humanitären Zugang zum Gazastreifen aus. Scholz betonte die Notwendigkeit humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung. „Die Palästinenser sind nicht die Hamas, und die Hamas hat kein Recht, für sie zu sprechen“, so Scholz. Damit stellte er klar, dass die Bevölkerung im Gazastreifen die eigentlichen Opfer der Konflikte ist, in denen sie als menschliche Schutzschilde missbraucht werden. Scholz äußerte seine Besorgnis über die Möglichkeit eines „Flächenbrands in der Region“ und warnte auch die Hisbollah im Libanon und den Iran, sich nicht in den Konflikt einzumischen.

Forderungen zur Situation der Flüchtlinge

Bei einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. wurden dringliche Fragen zur Situation der Flüchtlinge erörtert. König Abdullah II. äußerte sich besorgt über die Möglichkeit, dass Palästinenser aus dem Gazastreifen in andere Länder vertrieben werden. Er stellte klar, dass dies eine „rote Linie“ sei und dass das Problem im Gazastreifen selbst gelöst werden müsse. Der König forderte den internationalen Schutz von Zivilisten, unabhängig von Religion oder Nationalität, und wies darauf hin, dass rund ein Drittel der jordanischen Bevölkerung palästinensischer Herkunft ist. Abdullah II. betonte zudem, dass der Konflikt zwischen Hamas und Israel nicht auf den Schultern anderer ausgetragen werden könne.

Die Entwicklungen im Gazastreifen bleiben somit weiterhin von hoher internationaler Relevanz. Die Situation der Zivilbevölkerung, die Pläne der USA und die Reaktionen der Nachbarstaaten zeigen das gesamte Dilemma und die Komplexität des Nahost-Konflikts auf. Während der Grenzübergang Rafah nun wieder passierbar ist, bleibt die Frage der langfristigen Lösung und der humanitären Unterstützung unerledigt.

Für weitere Informationen über die laufenden Ereignisse und Reaktionen besuchen Sie bitte FAZ, Deutschlandfunk und Die Zeit.