US-Präsident Donald Trump hat kürzlich eine auffällige Verkaufsshow für Tesla vor dem Weißen Haus veranstaltet, um das Unternehmen nach einem deutlichen Kurssturz der Aktie zu unterstützen. In einer PR-Aktion ließ Trump mehrere Tesla-Modelle vorfahren, darunter ein roter Tesla Model S, den er selbst kaufte. Dieser Wagen soll künftig von Mitarbeitern des Weißen Hauses genutzt werden. Im Rahmen der Veranstaltung äußerte Trump seine Begeisterung für die Marke und bezeichnete den Preis von 35.000 Dollar als „ziemlich wenig“. Elon Musk, der CEO von Tesla, bekräftigte währenddessen, dass die Fahrzeuge nicht übermäßig teuer seien. Dieser Auftritt erfolgt in einem Kontext, in dem Tesla mit signifikanten Rückgängen bei den Auslieferungen zu kämpfen hat.

Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen sieht sich Tesla auch mit negativen Publikumsreaktionen konfrontiert. In jüngster Zeit gab es Proteste, die zu Vandalismus führten, darunter das Beschmieren von Teslas und Ladesäulen mit Hakenkreuzen. Zudem brannten mehrere Cybertrucks auf Händlerparkplätzen ab. Trump kündigte an, Gewalt gegen Tesla und Vandalismus an Eigentum des Unternehmens als inländischen Terrorismus zu verfolgen, was ein scharfer Kontrast zu seiner sonst eher lockeren Rhetorik darstellt.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Verkaufszahlen

Trotz Trumps Unterstützung sind die Verkaufszahlen von Tesla weiterhin rückläufig. In Europa und China sind die Absatzzahlen stark gesunken. In Deutschland wurden im Januar 2025 59% weniger Teslas registriert als im Vorjahr, was zu einem Rückgang des Marktanteils von 14% auf 4% führte. Währenddessen sanken die Verkaufszahlen in Frankreich um 63%, in Norwegen um 38% und in der Schweiz um 27%. In Kalifornien brachen die Verkaufszahlen im Januar um 36% im Vergleich zum Vorjahr ein. Analysten führen diese Flaute auf stärkere Konkurrenz von etablierten Autoherstellern sowie auf das Altern der Modelle Y und 3 zurück.

Trotz der schlechten Verkaufszahlen geht das Vertrauen in das Unternehmen nicht vollständig verloren. Viele Anleger setzen auf die Hoffnung, dass Elon Musks enge Verbindung zum Präsidenten positive Effekte auf die Unternehmen bringen könnte. Musk hat über 250 Millionen Dollar in Trumps Wahlkampf investiert und wurde zudem als enger Vertrauter wahrgenommen. Er leitet eine neue Sparbehörde für Trump und plant umfassende Veränderungen in den Bundesbehörden, was seiner Meinung nach zukünftige Geschäftsmöglichkeiten für Tesla und SpaceX fördern könnte.

Polarisierende Einflüsse von Musk und politische Kontroversen

Die politische Positionierung von Musk führt jedoch auch zu verstärkten Kontroversen. In Deutschland gab es kürzlich eine Umfrage, die ergab, dass zwei Drittel der Befragten aufgrund von Musks politischem Verhalten Tesla meiden wollen. Gleichzeitig gaben 20% an, sich durch Musks Verhalten zum Kauf inspiriert zu fühlen. Diese gemischten Reaktionen verdeutlichen die Schwierigkeiten, vor denen Tesla derzeit steht.

In Polen führte Musks politische Einmischung sogar zu einem Aufruf zum Boykott von Tesla durch Polens Sport- und Tourismusminister Slawomir Nitras. Dennoch bleibt das Tesla Model Y dort das meistverkaufte Elektroauto. Die Nachrichten über die Verkaufszahlen sind widersprüchlich: Während Tesla im Jahr 2024 international knapp 1,8 Millionen Fahrzeuge verkaufte, wurde im gleichen Jahr in Deutschland ein Rückgang von etwa 40% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

Um die zwiespältige Lage zu verdeutlichen, wird erwartet, dass eine modernisierte Version des Model Y in den kommenden Monaten verfügbar sein wird, ebenso wie ein günstigeres Einsteigermodell, das für 2025 geplant ist. Analysten glauben, dass das Schicksal von Tesla langfristig stark von der Modellpolitik und den Produktionskosten abhängt. Musks politische Aktivitäten und deren Einfluss auf die Marke bleiben unter ständiger Beobachtung.

Insgesamt ist die Situation für Tesla durch einen paradoxen Spagat geprägt: Während die Nähe zu Trump und seine Unterstützung dem Unternehmen theoretisch Vorteile verschaffen könnten, hat Musks öffentliche Positionierung auch das Potenzial, bedeutende Kundenkreise abzuschrecken und den Absatz negativ zu beeinflussen.

Für weitere Informationen zu Donald Trumps Unterstützung von Tesla, klicken Sie hier: Tag24. Über Musks Einfluss auf den Autohersteller berichtet die NZZ und weitere Details sind auf Auto Motor und Sport zu finden.