US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, einen Zoll von 25 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union (EU) einzuführen. In seinen Äußerungen behauptete Trump, die EU sei gegründet worden, um die USA systematisch zu benachteiligen. „Eine Entscheidung über die Zölle wird sehr bald bekannt gegeben“, erklärte er. Diese Zollerhöhung wurde angestoßen durch Trumps Unmut über die Handelspraktiken der EU, die US-Autos und Agrarprodukte nicht akzeptiere, während die USA nahezu alles von der EU importiere. Derzeit erhebt die EU einen Zoll von 10 Prozent auf US-Fahrzeugimporte, während die USA lediglich 2,5 Prozent auf europäische PKW-Importe anwenden, jedoch 25 Prozent auf importierte Pickup-Trucks.

Die Europäische Kommission hat bereits reagiert und betont, dass sie „fest und sofort“ gegen die ungerechtfertigten Handelsbarrieren vorgehen werde. Ein Sprecher der EU bekräftigte das Engagement, europäische Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher vor solchen Zöllen zu schützen. Diese Entwicklung erfolgt in einem angespannten politischen Klima zwischen Washington und Brüssel, was auch Bedenken hinsichtlich Trumps Engagement für die Sicherheit Europas und die zukünftige Rolle der NATO aufwirft.

Reaktionen in Europa

Der ehemalige schwedische Ministerpräsident Carl Bildt kritisierte Trumps Sichtweise und wies darauf hin, dass die EU ursprünglich gegründet wurde, um Kriege in Europa zu verhindern. Inmitten dieser Handelsdebatte haben sich auch andere europäische Führungspersönlichkeiten zu Wort gemeldet. Friedrich Merz, der deutsche Kanzlerkandidat, äußerte den Wunsch, dass Deutschland „Unabhängigkeit“ von den USA anstreben müsse und stellte die zukünftige Existenz der NATO in ihrer aktuellen Form infrage. US-Außenminister Marco Rubio versucht, diese Bedenken zu zerstreuen und fordert europäische Regierungen auf, mehr in ihre Verteidigung zu investieren.

Nach Trumps Wiederwahl im November 2024 gab es im Europäischen Parlament eine Debatte über die zukünftigen EU-US-Beziehungen. Führende Abgeordnete forderten eine Fortsetzung der transatlantischen Zusammenarbeit. Maroš Šefčovič, ein Mitglied der Europäischen Kommission, äußerte sich kritisch zu den Zöllen und warnte, dass diese nicht nur die US-Wirtschaft belasten, sondern auch die Kosten für Unternehmen erhöhen könnten, was letztlich zu Inflation führen würde. Bernd Lange, Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel, wies auf die Möglichkeit von Gegenzöllen hin, während Sophie Wilmès, stellvertretende Vorsitzende der Parlamentsdelegation für die Beziehungen zu den USA, die Bedeutung der Abschreckung gegen solche Zölle betonte.

Die EU zeigt sich bereit, ihre Schlüsselbereiche zu schützen und hat auch deutlich gemacht, dass sie in der Lage ist, auf die Zollbedrohungen seitens der Trump-Administration zu reagieren. In diesem angespannten Kontext bleibt abzuwarten, wie sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU entwickeln werden.