Im Landkreis Cloppenburg ereigneten sich zuletzt tragische Unfälle mit E-Bikes, bei denen zwei Radfahrer ihr Leben verloren. Der jüngste Vorfall fand am späten Samstagabend in Essen (Oldenburg) statt, wo ein 67-jähriger E-Bike-Fahrer nach einem Sturz so schwere Verletzungen erlitt, dass er noch am Unfallort verstarb. Die genauen Umstände des Sturzes sind derzeit unklar, was die Ermittlungen der Polizei zusätzlich erschwert, wie Weser Kurier berichtet.
Zuvor war bereits am 26. August 2024 in Lastrup ein 74-jähriger Pedelec-Fahrer bei einem Unfall mit einem Lkw ums Leben gekommen. Der Fahrer war auf einem Fahrradweg unterwegs und wollte die Straße überqueren, wobei er den herannahenden Lkw übersah. Trotz einer Bremsung des 45-jährigen Lkw-Fahrers konnte der Zusammenstoß nicht verhindert werden. Auch in diesem Fall starb der E-Bike-Fahrer am Unfallort, was die Gefahren im Straßenverkehr unterstreicht, wie NDR berichtet.
Mehr Sicherheit für E-Biker gefordert
Die tödlichen Unfälle belegen eindrücklich die Herausforderungen, mit denen E-Bike-Fahrer im Straßenverkehr konfrontiert sind. Laut einer Studie von Bosch eBike Systems, die in acht europäischen Ländern und den USA durchgeführt wurde, haben 78,7 Prozent der Befragten Sicherheit während der Fahrt auf dem Pedelec als Priorität. Gleichzeitig äußerten 77,3 Prozent der Teilnehmer Bedenken bezüglich der Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden. Besondere Sorgen bereiten viele E-Biker das Überholen durch Lastwagen sowie das Teilen der Fahrbahn mit Autos und Lkw.
Im Vergleich zu den Niederlanden, wo nur 24,8 Prozent der Befragten Angst vor Unfällen haben, sind diese Sorgen in Deutschland wesentlich ausgeprägter, wie die Studie zeigt. Verantwortungsbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer ist entscheidend, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Helmen und die regelmäßige Wartung des Equipments sind für E-Biker essenziell, um die Unfallrisiken zu minimieren, wie Bosch betont.
Forderungen nach besserer Infrastruktur
Mehr als 70 Prozent der Befragten in der Bosch-Studie wünschen sich ein verstärktes politisches Engagement für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Ein gut ausgebautes Radwegenetz, wie es in vielen Teilen der Niederlande besteht, könnte nicht nur das Sicherheitsgefühl der Radfahrer erhöhen, sondern auch tatsächlich zu weniger Unfällen führen. Die Statistiken zeigen: In Deutschland sind 27,8 Prozent der Befragten bereits in einen Unfall verwickelt gewesen, häufig innerorts und auf der Straße.
In Anbetracht der tragischen Ereignisse, die in letzter Zeit in Cloppenburg und Umgebung stattfanden, wird es zunehmend drängender, Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von E-Bike-Fahrern zu gewährleisten. Die Schaffung sicherer und adäquater Verkehrsbedingungen könnte ein entscheidender Schritt in diese Richtung sein.