Am Nachmittag des 12. März 2025 kam es in Ubstadt-Weiher, nördlich von Karlsruhe, zu einem tragischen Unfall zwischen einer Stadtbahn und einem Tanklaster. Der Unfall ereignete sich an einem unbeschrankten, jedoch mit Rotlicht gesicherten Bahnübergang, was auf mögliche Sicherheitsmängel hindeuten könnte. Bei der Kollision fanden drei Personen, darunter die 59-jährige Bahnfahrerin und zwei Fahrgäste, den Tod. Ihre Identität wird derzeit noch geprüft. Weitere zehn Personen erlitten leichte Verletzungen, während der 49-jährige Fahrer des Lastwagens schwer verletzt wurde und per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.
Beide Fahrzeuge standen nach dem Aufprall in Flammen, was einen umfassenden Einsatz der Feuerwehr notwendig machte. Diese konnte die Flammen gegen 15:40 Uhr unter Kontrolle bringen. Über 60 Feuerwehrleute waren mobilisiert worden, zudem war ein Polizeihubschrauber zur Überwachung der Lage im Einsatz. Bereits kurz nach dem Unfall wurde eine Warnung über die App „Katwarn“ ausgegeben, um die Bevölkerung über die Rauchentwicklung zu informieren, welche nach etwa 1,5 Stunden aufgehoben wurde.
Bergungsarbeiten und Verkehrseinschränkungen
Die Bergung der ausgebrannten Stadtbahn ist für den Vormittag angesetzt. Der Plan sieht vor, die Stadtbahn in drei Teile zu zerlegen und mit einem Kran auf einen Tieflader zu heben. Der abgerissene Tanklaster war bereits in der Nacht abtransportiert worden. In der Zwischenzeit wurde die Bahnstrecke der Linien S31 und S32 zwischen Zeutern und Odenheim für mehrere Tage gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet, um den Ausfall der Stadtbahn auszugleichen.
Die L552 ist während der Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten in beide Richtungen gesperrt. Die genaue Unfallursache ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar, und die Ermittlungen laufen. Es wird vermutet, dass möglicherweise fehlerhafte Signale zu der Kollision beigetragen haben könnten.
Sicherheit an Bahnübergängen
Unfälle an Bahnübergängen sind in Deutschland zwar insgesamt selten, doch oft schwerwiegend. Statistiken zeigen, dass 2016 in Deutschland 995 Unfälle an schienengleichen Bahnübergängen mit Personenschaden verzeichnet wurden, die zu 46 Todesfällen und 1.367 Verletzten führten. 30-40 % aller Unfälle mit Personenschäden im Eisenbahnverkehr geschehen an solchen Übergängen, wovon ca. 30 % an nicht technisch gesicherten Anlagen. Die Regelungen zur Sicherung dieser Übergänge sind klar festgelegt: von Andreaskreuzen über Halbschranken bis hin zu Vollschranken, wobei die Sicherungsart stark von der jeweiligen Gefahrenabschätzung abhängt.
Die aktuellen Vorfälle werfen daher ein kritisches Licht auf die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen an Bahnübergängen und die Notwendigkeit, technische Sicherungen zu verbessern. Empfehlungen zur Erhöhung der Sicherheit umfassen unter anderem den Einsatz von Rotlichtüberwachungsanlagen und die Prüfung baulicher Trennungen der Fahrbahnen.
Die Tragödie in Ubstadt-Weiher ist ein eindeutiger Weckruf, der die augenblickliche Debatte über die Sicherheit an Bahnübergängen erneut anheizt. Die Dringlichkeit, bestehende Sicherheitslücken zu schließen, wird durch diese Ereignisse unterstrichen.
Für weitere Informationen können die Berichte von Badische Neueste Nachrichten, Tagesschau und DVR konsultiert werden.