In einem aktuellen Forschungsprojekt der Bauhaus-Universität Weimar wird die Zusammenarbeit südthüringischer Kommunen auf neue Wege gelenkt. In diesem Semesterprojekt sind Akteur*innen vor Ort aktiv eingebunden, um innovative Ansätze in den Bereichen Mobilität, Energie, Identität, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement zu erkunden. Die Ergebnisse zeigen, dass die interkommunale Kooperation zwischen Suhl, Zella-Mehlis und umliegenden Gemeinden als Chance für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung angesehen wird. Das Projekt wird im Rahmen des interdisziplinären Vorhabens „Räume in Transformation Thüringen“ (RiTT) realisiert und erhält Unterstützung durch universitäre Mittel der „NEB.Regionallabore“.
André Knapp, der Oberbürgermeister von Suhl, hebt hervor, wie wichtig eine solche Kooperation für die lokale Wirtschaft und die Lebensqualität ist. Laut uni-weimar.de werden durch die Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Akteure zukunftsfähige Strukturen gefördert, und erste positive Effekte sind bereits in den Bereichen Kultur und Ehrenamt spürbar. Das Projekt bietet Studierenden die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln und ihre Expertise in Planungsprozesse einzubringen, während die Projektergebnisse im Laufe des Frühjahrs 2025 veröffentlicht werden.
Interkommunale Kooperation zur Wohnungsnot
Die Problematik der Wohnungsnot ist nicht nur in Thüringen ein aktuelles Thema. Ein weiteres relevantes Forschungsprogramm, das sich mit dieser Thematik befasst, ist das Projekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das unter dem Titel „Modellvorhaben der Raumordnung“ (MORO) läuft. Hier wird analysiert, wie interkommunale Zusammenarbeit zur Schaffung von Wohnraum an raumverträglichen Standorten beitragen kann. Das Difu-Forschungsteam untersucht wirksame Vorgaben der Landes- und Regionalplanung für bedarfsgerechten Wohnungsbau, um praxisorientierte Lösungen zu entwickeln, die Regionen wie die Städteregion Aachen und die Region Mittlerer Oberrhein betreffen.
In der Modellkommune Bad Säckingen am Hochrhein-Bodensee wird beispielsweise ein neues Konzept zur Wohnraumbereitstellung entwickelt. Teil dieses Ansatzes ist ein adaptives Wohnraummanagement, das sich zielgenau auf Nachfrageschübe abstimmt. In der StädtenRegion Aachen werden nachhaltige Wohnstrategien erarbeitet, um ein interkommunales wohnbauliches Entwicklungskonzept zu schaffen. Das übergeordnete Ziel ist ein kooperatives Wohnentwicklungsmanagement, das auf kommunale Steckbriefe mit Prognosen und Handlungsempfehlungen setzt. Die Herausforderungen und Lösungsansätze zeigen, wie wichtig der Austausch zwischen Gemeinden ist, um regionalen Wohnungsversorgungsproblemen effizient zu begegnen, wie difu.de beschreibt.
Globale Perspektiven und lokale Ansätze
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt im Rahmen ihrer Aktivitäten das Gleichgewicht zwischen Interessen in der urbanen Entwicklung. Ihrer Meinung nach hat die globale Urbanisierung das Potenzial für ein menschenwürdiges und umweltverträgliches Leben zu schaffen. Die GIZ orientiert sich dabei an internationalen Vereinbarungen wie der Agenda 2030 und dem Pariser Klimaabkommen. Ihr Ziel ist es, regionale Entwicklung, Chancengerechtigkeit und die Nutzung lokaler Potenziale zu fördern.
Die Organisation setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Regierungen, Verwaltungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden voranzutreiben. Die leitenden Prinzipien der GIZ beinhalten Bürgernähe, Resilienz und die Schaffung von inklusiven und sicheren städtischen Räumen. Auch hier wird der interkommunalen Zusammenarbeit eine zentrale Rolle zugeschrieben, insbesondere bei der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für soziale Integration und wirtschaftliches Wachstum, wie giz.de ausführt.