Der Trinkwasserverbrauch in Thüringen hat in den letzten Jahren einen signifikanten Anstieg erlebt. Laut Merkur betrug der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in den Privathaushalten im Jahr 2016 noch 92,2 Liter pro Tag, während dieser Wert im Jahr 2022 auf 96,4 Liter gestiegen ist. Diese Entwicklungen sind teilweise auf die wärmeren und trockeneren Sommer zurückzuführen, die in den letzten Jahren vermehrt aufgetreten sind.
Im Jahr 1991 erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch einen Höchstwert von 104,4 Litern pro Tag, während er 1998 mit 86,1 Litern den niedrigsten Stand erreichte. Diese Statistiken zeigen die dynamische Entwicklung des Wasserverbrauchs in Thüringen, die alle drei Jahre evaluiert wird. So wurden 2022 in Thüringen insgesamt rund 177 Millionen Kubikmeter Wasser gewonnen, wovon etwa 117,8 Millionen Kubikmeter in die öffentliche Wasserversorgung für Privathaushalte und Kleingewerbe flossen.
Quellen der Wasserversorgung
Die Wasserversorgung in Thüringen stützt sich auf eine Kombination aus Grund- und Talsperrenwasser. Laut Tlubn stammen etwa 57 % des Trinkwassers aus Grundwasser und 43 % aus Trinkwassertalsperren. Rund 1.600 Wasserfassungen, einschließlich Brunnen, Quellen und Oberflächenwasserfassungen, sind für die Trinkwasserversorgung im Einsatz. Außerdem werden über drei Fernwasserverbundsysteme etwa 1,3 Millionen Einwohner in Mittel-, Nord-, Ost- und Südthüringen mit Fernwasser versorgt.
Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung ist Aufgabe der Städte und Gemeinden, die sich häufig in Wasserversorgungszweckverbänden zusammenschließen. Der Anschlussgrad an die öffentliche Trinkwasserversorgung beträgt beeindruckende 99,9 %. Allerdings sind noch etwa 800 Menschen, was 0,03 % der Bevölkerung entspricht, nicht an diese Versorgung angeschlossen. Es gibt Bestrebungen, diese Zahl zu senken.
Qualität und Überwachung des Trinkwassers
Das Trinkwasser in Thüringen gilt als eines der am besten untersuchten Lebensmittel, da es keine Konservierungsstoffe oder andere Zusätze enthält. Laut Umwelt Thüringen kostet Trinkwasser wesentlich weniger als 0,01 Euro pro Liter. Die Gesundheitsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sind für die Überwachung der Trinkwasserqualität verantwortlich. Diese ist an strenge Vorschriften gebunden, die sogar strenger sind als die für Mineral- oder Tafelwasser.
Die Trinkwasserverordnung setzt die Rahmenbedingungen für die Qualität des Wassers und stellt sicher, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. In Thüringen wurde durch gezielte Investitionen ein hoher Qualitätsstandard erreicht, der die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt. Zukünftig sollen neue Maßnahmen implementiert werden, um die Wasserversorgung weiter zu verbessern, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt.
Insgesamt zeigt sich, dass die Trinkwasserversorgung in Thüringen zwar gut aufgestellt ist, jedoch kontinuierliche Anstrengungen erfordert, um sowohl die Qualität als auch die Verfügbarkeit des Wassers in Anbetracht sich verändernder klimatischer Bedingungen sicherzustellen.