Saale-Orla-Kreis

Landrat Christian Herrgott führt wegweisendes Arbeitsmodell für Flüchtlinge ein

Landrat setzt Flüchtlinge zur Arbeit: Erfolgsmodell oder Zwangsmaßnahme?

Der Landrat Christian Herrgott hat im Saale-Orla-Kreis in den ersten drei Monaten jeden zweiten Asylbewerber in gemeinnützige Arbeitsplätze vermittelt. Von den rund 300 erwerbsfähigen Flüchtlingen haben bereits 70 Zuteilungsbescheide erhalten. Zwei Personen wurden aufgrund ihrer Ablehnung von Aufträgen sanktioniert, während der Rest nun aktiv mithilft.

Die Flüchtlinge in Herrgotts Zuständigkeit übernehmen hauptsächlich Tätigkeiten innerhalb der Gemeinschaftsunterkunft. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen sind sie jedoch auch verpflichtet, externe Aufträge auszuführen. Beispielsweise arbeiten schon zwei Syrer beim Fußballverein Blau-Weiß Neustadt an der Rasenpflege und -reinigung, während weitere Flüchtlinge zukünftig bei der Lebensmittelausgabe in Schleiz unterstützen.

Bereits 15 Gemeinden, Vereine und öffentliche Einrichtungen haben ihr Interesse angemeldet, weitere Flüchtlinge für gemeinnützige Arbeit einzusetzen. Landrat Herrgott plant in den kommenden Monaten zusätzliche 80 Kooperationen zu verkünden, um die Integration der Flüchtlinge weiter voranzutreiben.

Die erforderliche Arbeitszeit bei Herrgott beträgt vier Stunden pro Tag mit einem Stundenlohn von 80 Cent. Dies entspricht zusätzlich zu den Sozialleistungen 64 Euro pro Monat, die auf die Bezahlkarte der Flüchtlinge überwiesen werden. Herrgott setzt konsequent das Bundesrecht um, das Flüchtlinge zur Teilnahme an gemeinnütziger Arbeit verpflichtet, sollte keine reguläre Beschäftigung aufgenommen werden. Diese Maßnahme basiert auf dem Asylbewerberleistungsgesetz und hat bereits die Aufmerksamkeit anderer Landräte in Deutschland auf sich gezogen.

Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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