Am 21. März 2025 demonstrierten rund 200 Menschen vor dem Thüringer Landtag gegen die geplante Änderung der Schulordnung, die von vielen als Eingriff in den Schulfrieden bezeichnet wird. Laut MDR hält die Sprecherin der Kundgebung die Neuerungen für problematisch. Der geplante Entwurf sieht vor, dass Schüler ab der 6. Klasse nur dann in die nächsthöhere Klasse versetzt werden können, wenn sie entsprechende Leistungen erbringen. Bisher erfolgte die Versetzung von Schülern in der 5. und 7. Klasse an Regel- und Förderschulen sowie Gymnasien automatisch.

Ein zentraler Punkt der neuen Regelung betrifft die Gemeinschaftsschulen, bei denen Leistungen erst ab der 8. Klasse in die Versetzungsentscheidung einfließen. Während der Demonstration waren Plakate wie „Mit Köpfchen statt Kopfnoten“ und „Gemeinsam lernen statt einsam wiederholen“ zu sehen.

Kopfnoten und Leistungsbewertung

Eine weitere Änderung der Schulordnung ist die Einführung von sogenannten Kopfnoten ab der 1. Klasse. Diese bewerten das Betragen und den Fleiß der Schüler und stehen auf dem Zeugnis oberhalb der regulären Noten, spielen jedoch keine Rolle für die Versetzung. Diese Neuerungen wurden insbesondere von den Gegnern des Gesetzes kritisiert, da Gemeinschaftsschulen häufig jahrgangsübergreifenden Unterricht anbieten und erst später mit Notenvergabe und Versetzungsentscheidungen beginnen.

Zusätzlich zu den besprochenen Änderungen sieht das Land, in einem neuen Gesetz, auch die Einführung eines neuen Aufnahmeverfahrens an Gymnasien mit einem Potenzialtest vor. Ab dem Jahr 2025 wird ein neunjähriges Gymnasium (G9) eingeführt, beginnend mit den Klassen 5 und 6. GEW berichtet, dass hierbei auch G8-Züge eingerichtet werden können, die jedoch genehmigungspflichtig sind.

Innovationsfaktoren und Bildungsperspektiven

Die angestrebten Schulreformen beinhalten fünf zentrale Innovationsfaktoren: Von der verbindlichen äußeren oder Binnendifferenzierung in der 5. Klasse in den Fächern Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache, bis zur Einführung eines Pflichtfachs „Informatik und Medienbildung“ ab der 5. Klasse. Diese Reformen sollen die Grundlage für eine moderne und zukunftsorientierte Bildung schaffen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Stärkung der Demokratiebildung durch verbindliche Stunden in der Unterstufe sowie den Ausbau der Beruflichen Orientierung. Diese Punkte sind in der Diskussion um die aktuelle Schulordnung von großer Bedeutung, da die Kritiker eine unzureichende Stärkung der Demokratiebildung an allen Schularten bemängeln.

Die aktuelle Schulordnung und die damit verbundenen Änderungen bieten einen tiefen Einblick in die zukünftige Ausrichtung des Bildungssystems in Thüringen. Weiterführende Informationen sind in den offiziellen Dokumenten zu finden, wie zum Beispiel im Thüringer Schulordnungspapier.