Am 3. März 2025 wurde die Schließung des Kalibergbaus in Bischofferode im Eichsfeld als eine der ersten Krisen in der politischen Laufbahn von Bernhard Vogel thematisiert. Vogel, der als Ministerpräsident von Thüringen bekannt wurde, äußerte sich in der Vergangenheit negativ über den Kapitalismus. Seine Ära war geprägt von finanziellen und strukturellen Herausforderungen, die den Standort Thüringen betrafen. Insbesondere war die Schließung des Kaliwerks, das von 1909 bis 1993 Kalisalze förderte und verarbeitete, ein bedeutendes Ereignis, das landesweit für Aufsehen sorgte. Die massiven Proteste der Bergarbeiter, inklusive eines hungerstreiks im Sommer 1993, sicherten dem Werk einen Platz in der bundesdeutschen Geschichte.

Die Probleme am Kaliwerk waren nicht neu. Der Standort in Bischofferode kämpfte seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die letztendlich zur Schließung führten. Die Fusion mit der K+S AG und die nachfolgende Stilllegung kosteten über 1.000 Arbeitsplätze. Während in den Jahren nach der Schließung nur etwa 100 von 700 versprochenen Ersatzarbeitsplätzen geschaffen wurden, verlor die Stadt Bischofferode rund 700 Einwohner.

Politische Erfolge unter Vogel

Trotz dieser Herausforderungen gelang es Vogel, bedeutende Fortschritte in der Modernisierung der Thüringer Landesverwaltung zu erzielen. Während seiner Amtszeit wurde Thüringen ein Standort für Automobilzulieferer, und der Ausbau von Straßen wurde vorangetrieben. Herausragend war auch der Einsatz für die Erweiterung der ICE-Strecke über Erfurt, die 2017 nach vielen Jahren und massiven Investitionen in Milliardenhöhe eingeweiht wurde. Zudem war Vogel als einer der Vorsitzenden der Föderalismuskommission aktiv und setzte sich für die Verlegung wichtiger Bundesbehörden nach Ostdeutschland ein.

Nach seinem Engagement wurde der Bundesarbeitsgerichtssitz nach Erfurt verlegt, und auch die Max-Planck-Gesellschaft verlegte mehrere Standorte nach Thüringen. Dies führte zur Wiedereröffnung der Universität Erfurt, was als wesentlicher Fortschritt in der akademischen Landschaft des Landes gilt.

Der historische Kontext des Kaliwerks

Das Kaliwerk in Bischofferode, gegründet im Jahr 1909, war einmal ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und Teil des Kombinats Kali, das 1970 gegründet wurde und alle Kalibergwerke der DDR umfasste. Dieses Kombinat produzierte Mineralien, die die DDR zu einem der größten Hersteller von Kalidüngemitteln weltweit machten, jedoch endete diese Ära mit der Auflösung des Kombinats 1990. Diese Entwicklung führte zu umfassenden Arbeitskämpfen und besonders massiven Protesten im Jahr 1993, die 500 Bergarbeiter in Bischofferode mobilisierten.

Die Schließung des Kaliwerks, das am 31. Dezember 1993 endgültig dicht machte, wurde durch jahrelange Misswirtschaft in der Branche und politische Entscheidungen geprägt. Kritiker bemängeln bis heute die mangelnde Zugänglichkeit abbauwürdiger Vorräte und die Folgen für die gesamte Region, die unter den Auswirkungen der Schließung leidet.

Die Geschichte des Kalibergbaus in Thüringen spiegelt nicht nur wirtschaftliche Realitäten wider, sondern auch die sozialen Kämpfe der Arbeiter, die in einem sich wandelnden politischen und wirtschaftlichen Umfeld Lebenschancen suchten. Bernhard Vogel war eine zentrale Figur in dieser komplexen Geschichte und hinterlässt ein gemischtes Erbe von Errungenschaften und Herausforderungen für Thüringen.