In einer umfassenden internationalen Ermittlungsaktion gegen Pädokriminalität sind die Behörden in Thüringen aktiv geworden. Vier Männer stehen im Fokus der Ermittlungen, die sich gegen ein Netzwerk von Pädokriminellen in 35 Ländern richten. Das Thüringer Landeskriminalamt bestätigte Durchsuchungen in mehreren Städten, darunter Mühlhausen, Bad Berka und Triptis, während umfangreiches Datenmaterial beschlagnahmt wurde. Allerdings gab es nicht, wie zunächst erwartet, Festnahmen. Diese Durchsuchungen sind Teil einer breiteren Operation, die unter der Leitung von Europol und der bayrischen Kriminalpolizei durchgeführt wird, um eine der größten Pädophilen-Plattformen weltweit zu zerschlagen.

Die besagte Plattform, „Kidflix“, wurde 2021 von Cyberkriminellen gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der gefährlichsten Netzwerke für die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Mit fast zwei Millionen Nutzern wurde sie zu einem zentralen Punkt für den Austausch von missbräuchlichem Material. Ermittler konnten im Zuge der Operation vom 10. bis 23. März 2025 eine Vielzahl von Beweismitteln sichern, darunter über 91.000 Videos und mehrere Tausend elektronische Geräte. Diese Maßnahmen erfolgten in 31 Staaten, und insgesamt 79 Verdächtige wurden in verschiedenen Ländern festgenommen, einschließlich österreichischer Personen.

Internationale Zusammenarbeit

Die Ermittlungen mit Namen „Operation Stream“ wurden 2021 initiiert und waren notwendig, da viele der identifizierten Verdächtigen bekannte Wiederholungstäter waren. Europol berichtet, dass 1.400 Tatverdächtige identifiziert werden konnten, und dass seit Beginn der Operation mehr als 39 Kinder vor sexuellem Missbrauch geschützt wurden. Diese Art von grenzüberschreitender Kriminalität wird von Experten als eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit der gesamten Europäischen Union eingestuft.

Der Druck auf die betroffenen Netzwerkstrukturen bleibt hoch, insbesondere da Nutzer in der Lage waren, Videos nicht nur zu streamen, sondern auch herunterzuladen, wobei sie in vielen Fällen mit Kryptowährungen zahlten. Bis zur Schließung der Plattform wurden circa 91.000 Videos mit einer Laufzeit von über 6.288 Stunden hochgeladen. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie wichtig eine konvergente internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung solcher schwerwiegenden Verbrechen ist.

Unterstützung für Betroffene

Für die vielen Betroffenen ist es entscheidend, Unterstützung zu finden. Das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) bietet Hilfe für Opfer und deren Familien an. Ihr Team HOPE verbindet Familien, die ähnliche Krisen erlebt haben, um eine gemeinsame Unterstützung zu ermöglichen. In Situationen, in denen sich Kinder oder Familienangehörige überfordert fühlen, ist der erste Schritt oft, sich an vertrauenswürdige Erwachsene zu wenden, die helfen können. Das NCMEC stellt auch Ressourcen zur Verfügung, um Betroffenen zu helfen, sich bei der CyberTipline zu melden und Unterstützung zu erhalten.

Die aktuelle Situation in Thüringen und die jüngsten internationalen Ermittlungen unterstreichen die Dringlichkeit, die sexuelle Ausbeutung von Kindern entschieden zu bekämpfen. Die Kooperationsanstrengungen von Europol und nationalen Behörden sind entscheidend, um diese Netzwerke zu zerschlagen und betroffene Kinder zu schützen.

Weitere Informationen zu den Ermittlungen finden Sie in den Berichten von Tag24 und Die Presse. Bei einem Verstoß gegen die CyberTipline können sich Betroffene an das NCMEC wenden, um Hilfe zu erhalten.