Thüringen

Angst im Zugabteil: Bahnmitarbeiter in Thüringen auf dem Schlachtfeld der Aggression

Die dunkle Seite der Bahn: Gewalt und Belästigungen auf Thüringer Zugstrecken

In einem alarmierenden Bericht aus Thüringen wird über besorgniserregende Vorfälle im Zugabteil berichtet, die einige Bahn-Mitarbeiter dazu veranlasst haben, einen Hilferuf zu veröffentlichen. Die Süd-Thüringen-Bahn (STB) bedient die Strecke Erfurt–Arnstadt–Suhl-Meiningen, auf der Kontrolleure und Lokführer regelmäßig Opfer von aggressiven Fahrgästen werden. Laut dem Bericht der „Bild“ ist von Beleidigungen, sexistischen Drohungen, Spuck-Attacken bis hin zu physischer Gewalt die Rede. Fahrgäste schrecken selbst vor Schlägen und Tritten nicht zurück, was dazu führt, dass Mitarbeiter teilweise über Gleise flüchten müssen und sogar Ehemänner ihre Frauen zur Arbeit begleiten, um deren Sicherheit zu gewährleisten.

Besonders brisant ist die Behauptung im Bericht, dass die Täter hauptsächlich aus der Migranten- und Flüchtlingsunterkunft in Suhl stammen. Die Bundespolizei warnt jedoch davor, solche Aussagen zu emotional zu interpretieren und weist darauf hin, dass bundesweit eine Zunahme von Kriminalitätsdelikten in Zügen festzustellen ist. Dies wird teilweise auf die höhere Auslastung der Züge aufgrund des Deutschlandtickets zurückgeführt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bestätigt, dass der Respekt verloren gegangen sei und die Situation auf der Südthüringer Strecke kein Einzelfall darstelle.

Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung fordern die Bahn-Mitarbeiter neue Sicherheitskonzepte. Die Deutsche Bahn plant die Einführung von Bodycams zur Abschreckung von Übergriffen. Darüber hinaus sollen finanzielle Mittel vonseiten des Landes Thüringen zur Verfügung gestellt werden, um die STB und DB Regio bei der Gewährleistung der Sicherheit zu unterstützen. Bisher hat die Süd-Thüringen-Bahn noch nicht auf Anfragen zu diesem Thema reagiert.

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Erik Schneider

Lebt in Thüringen und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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