Am 17. März 2025 fand im Hoyaer Museum „Zwiebelfisch“ ein Aktionstag anlässlich des „Tags der Druckkunst“ statt. Diese Veranstaltung zog zahlreiche Besucher an, die die Möglichkeit hatten, historische Drucktechniken hautnah zu erleben und aktiv in den spannenden Prozess des Druckens einzutauchen. Die Teilnehmer konnten selbst Hand anlegen, indem sie metallene Lettern setzten und ihre eigenen Druckerzeugnisse, wie beispielsweise Grußkarten, gestalteten. Die Veranstaltung fand in einem ehemaligen Molkereigebäude statt, das eine ausgezeichnete Kulisse für das lebhafte Treiben bot.

Ein älterer Herr, der sich an seine Lehrjahre als Schriftsetzer in den 1950er Jahren erinnerte, teilte seine Erfahrungen mit den jüngeren Teilnehmern und beleuchtete somit die lange Geschichte der Druckkunst. Diese Veranstaltung war jedoch mehr als nur ein Erlebnis; sie zielt darauf ab, historische Drucktechniken zu bewahren und weiterzuvermitteln. Die Drucktechniken wurden 2018 von der Deutschen UNESCO-Kommission zum „Immateriellen Weltkulturerbe“ ernannt, um das Bewusstsein für diese kulturellen Praktiken zu stärken.

Tradition und Innovation im Druckwesen

Die traditionellen künstlerischen Drucktechniken umfassen Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck und Durchdruck sowie deren Mischformen. Diese Techniken werden nicht nur als Fundament der Druckkunst in Deutschland, sondern auch als bedeutender Teil der europäischen Kulturgeschichte angesehen. Laut einer Erhebung des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) waren 2014 etwa 20.000 der 60.000 bei der Künstlersozialkasse gemeldeten Künstler in Deutschland in der druckgrafischen Kunst tätig. Viele von ihnen besitzen eigene Druckmaschinen, um kreative Werke zu schaffen und ihr Wissen durch Workshops, Symposien und Kurse weiterzugeben.

Die Entwicklung der Drucktechniken begann mit der Erfindung der beweglichen Letter durch Johannes Gutenberg um 1450, was den Hochdruck revolutionierte. Im 16. Jahrhundert etablierten sich Techniken wie Kupfertiefdruck und Hochdruck als zentrale Medien für bildliche Darstellungen. Spätere Innovationen, wie der Stein- und Lichtdruck, erweiterten die Möglichkeiten und trugen zur Entwicklung neuer Kunstformen bei.

Herausforderungen für Museen und Sammlungen

Die Museums-Druckerei in Hoya ist stolz auf ihre Reihe wertvoller Maschinen und Drucke. Jedoch wird die umfassende Ausstellung aller historischen Exponate durch Platzmangel erschwert. Die Uni Bielefeld sowie private Sammler haben zwar wertvolle Exponate zur Verfügung gestellt, doch konnten diese aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht angenommen werden. Die engagierte Trägerschaft des Museums und die internationale Vernetzung werden von Fachleuten hoch geschätzt, was die Bedeutung solcher Einrichtungen im Kontext des immateriellen Kulturerbes unterstreicht.

Die Anerkennung der „Künstlerischen Drucktechniken“ als immaterielles Kulturerbe soll nicht nur das Bewusstsein fördern, sondern auch die Innovationskraft in diesem Bereich stärken. Dr. Eva-Maria Stange, die sächsische Staatsministerin, betonte die Notwendigkeit, dieses Erbe auch in Zeiten des digitalen Wandels zu bewahren.

Insgesamt zeigen solche Veranstaltungen und Initiativen, wie wichtig die Pflege und Vermittlung traditioneller Drucktechniken für die Kultur ist. Der Aktionstag in Hoya hat einmal mehr verdeutlicht, dass diese Kunstform lebendig ist und von einer neuen Generation von Künstlern und interessierten Bürgern geschätzt wird.

Das Bewusstsein für die künstlerischen Drucktechniken wird durch solche Veranstaltungen gefördert, und die verbindliche Weitergabe des Wissens bleibt eine zentrale Aufgabe der Zukunft. Mehr über die nachhaltige Entwicklung und die Herausforderungen in der Druckkunst erfahren Sie in ausführlichen Berichten auf den Webseiten der Deutschen UNESCO-Kommission, dem BBK und in fachspezifischen Artikeln.

Für detaillierte Informationen über die historischen Drucktechniken können die folgenden Links besucht werden: Kreiszeitung, UNESCO, Print.de.