Am 11. März 2025 kam es zu einem besorgniserregenden Vorfall in der Hamburger Hafencity, als ein falscher Notruf den SEK-Einsatz auf die Luxus-Wohnung des bekannten Streamers Trymacs auslöste. Der Anrufer gab sich als Trymacs aus und behauptete, seine Frau erschossen zu haben. Diese alarmierende Behauptung führte zu einem massiven Polizeieinsatz mit zehn Streifenwagen und einem SEK
Die Polizei drang in die Wohnung ein und traf dort auf Trymacs, der zu diesem Zeitpunkt live streamte. Dieses als „Swatting“ bezeichnete Vorgehen ist eine gefährliche Form der Cyber-Belästigung, die ursprünglich aus den USA stammt. In Deutschland ist eine Zunahme solcher Vorfälle zu verzeichnen, wobei mehrere bekannte Streamer Opfer geworden sind.
Rechtliche Konsequenzen
Die rechtlichen Konsequenzen für solche Taten sind erheblich. Laut dem Strafgesetzbuch drohen beim Vortäuschen einer Straftat (§ 145d StGB) bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Der Missbrauch von Notrufen (§ 145 StGB) kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder ebenfalls einer Geldstrafe geahndet werden. Zum Vergleich: Körperverletzung kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.
Trymacs selbst reagierte auf den Vorfall mit einer humorvollen Haltung und setzte sein Streaming gleich nach dem Vorfall fort. Aktuell ermittelt die Polizei gegen Unbekannt wegen Missbrauchs des Notrufs, während die Identität und das Motiv des Täters unklar bleiben.
Zunahme von Swatting-Fällen in Deutschland
Wie Deutschlandfunk berichtet, wurden allein in diesem Jahr bereits 68 Straftaten gegen Streamer gezählt. Die Dunkelziffer dieser Taten ist jedoch unbekannt. Die Kosten für die Polizeieinsätze aufgrund registrierter Swatting-Fälle belaufen sich auf mindestens 1,5 Millionen Euro. Es sind nicht nur Streamer betroffen; auch Privatpersonen, Politiker, Unternehmen und Schulen stehen im Fokus solcher Angriffe.
In vielen Fällen benötigen die Opfer aufgrund der traumatischen Erlebnisse psychotherapeutische Unterstützung. Experten warnen zudem davor, persönliche Daten im Internet preiszugeben, da Täter häufig illegale Abfragen bei Polizei und Einwohnermeldeämtern nutzen, um ihre Taten zu planen.
Swatting führt nicht nur zu einer massiven Belastung für die Polizei, sondern gefährdet auch die Sicherheit Unschuldiger. Bei der Razzia des BKA vor einer Woche wurde eine Gruppe festgenommen, die verdächtigt wird, solche Swattings organisiert zu haben. Der Begriff selbst stammt von den schwer bewaffneten Spezialeinheiten in den USA, die solchen Einsätzen im Falle von gemeldeten Gewalttaten nachgehen müssen.