Am 9. Februar 2025 hat der Bau der Stromtrasse Suedlink in Baden-Württemberg begonnen, was für die Anwohner verschiedene Herausforderungen mit sich bringt. Die Bauarbeiten verursachen Lärm, Stau und Schmutz. TransnetBW, die verantwortliche Betreiberfirma, setzt auf lokale Kontaktleute, die als Ansprechpartner für betroffene Bürger fungieren. Diese sogenannten Schnittstellenmanager sollen die Kommunikation zwischen den Bauleitern und den Anwohnern erleichtern und informieren.

TransnetBW-Chef Werner Götz betont, dass die Akzeptanz der Bürger entscheidend für den Erfolg des Projekts ist. Durch den Baustellenbetrieb wird es zu Beeinträchtigungen für die Anwohner kommen. Um diese so gering wie möglich zu halten, werden Schallemissionen minimiert und sollen unter den gesetzlichen Grenzwerten bleiben. Hochdruckspülbohrungen sind rund um die Uhr in Betrieb, was zusätzlich zu den Herausforderungen beiträgt.

Erwartungen und Planung

Die Planungen für den gesamten Bauprozess sind bereits weit fortgeschritten. TransnetBW hat spezifische Ansprechpartner für jeden Bauabschnitt bereitgestellt, um etwaige Probleme schnell zu klären. Im Vorfeld der Arbeiten werden die Betroffenen über alle Einschränkungen informiert. Besondere Gespräche sind auch mit Landwirten geplant, deren Grundstücke betroffen sind. Die Bauarbeiten wurden nach mehreren Jahren der Verzögerung nun endlich in Angriff genommen. TransnetBW hat bereits alle Genehmigungsanträge für die Trasse eingereicht, die Genehmigungsreife in Baden-Württemberg liegt vor.

Das Projekt selbst ist ambitioniert: Suedlink soll grünen Strom aus Windparks im Norden Deutschlands in südliche Regionen transportieren und damit bis zu zehn Millionen Haushalte mit nachhaltiger Energie versorgen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf etwa zehn Milliarden Euro, und der Bau soll 2025 in allen Abschnitten beginnen.

Politische Unterstützung und Energiewende

Das Suedlink-Projekt wurde am 27. September 2024 in Tauberbischofsheim feierlich eingeleitet. TransnetBW-Geschäftsführer Dr. Werner Götz und Ministerpräsident Winfried Kretschmann hoben die Bedeutung des Vorhabens im Rahmen der Energiewende hervor. Kretschmann unterstrich, dass Suedlink eine entscheidende Rolle bei der Ersetzung von Strom aus konventionellen Kraftwerken spielt und zur Sicherheit und Unabhängigkeit des Landes beiträgt. Ein Ziel ist es, die Abhängigkeiten von internationalen Stromquellen zu verringern und die Kosten für Verbraucher zu senken.

Deutschland hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte im Bereich der erneuerbaren Energien gemacht. 2023 wurde mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Dies bedeutet auch, dass der Anteil der Kohleverstromung deutlich gesunken ist, während die Nutzung von Erdgas zugenommen hat. Im Vergleich zum Vorjahr wurde 2023 mehr Strom aus dem Ausland importiert, wobei die heimische Erzeugung exportiert wird, wenn sie günstiger ist als in Nachbarländern. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, der den europäischen Strommarkt umfasst.

Während Deutschland mit dem Bau von Suedlink einen weiteren Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft macht, bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung des Projektes konkret von den Anwohnern wahrgenommen wird und welche Herausforderungen während der Bauzeit noch zu bewältigen sind.