In Ritterhude sorgt die geplante Schulstandortentwicklung für große Besorgnis unter den Eltern. Laut Weser-Kurier hat die Verwaltung die Fusion der Grundschulen in Ihlpohl und Platjenwerbe vorgeschlagen. Dieses Vorhaben folgt auf ein Gutachten, das den Bedarf an Ganztagsbetreuung und den aktuellen Zustand der Schulgebäude analysiert hat. Betroffen von diesen Maßnahmen wäre vor allem die Grundschule in Platjenwerbe, die auf eine einzügige Schule mit einem frühen Ende um 13 Uhr umgebaut werden soll.
Der Plan sieht es vor, die Grundschule in Ihlpohl von zwei- auf vierzügig auszubauen und zur Ganztagsschule zu machen. Für Platjenwerbe befürchten viele Bürger um die Aufrechterhaltung ihrer traditionsreichen Bildungseinrichtung und haben bereits Informationsveranstaltungen organisiert sowie Unterschriften gesammelt. Bis jetzt sind über 2.149 Unterschriften zusammengekommen.
Politische Debatte und unterschiedliche Anträge
Die Debatte um die Schulfusion war vorübergehend in die politischen Fraktionen gegeben worden, um Beratung einzuholen. Der Förderbedarf und die Gestaltung der Ganztagsangebote müssen gründlich durchdacht werden. Von CDU, Grünen, FDP und der Bürgerfraktion liegen verschiedene Anträge vor, die jeweils eigene Ideen für die Schulstandorte vorschlagen:
- CDU: Erhalt von Platjenwerbe und Ihlpohl als eigenständige Schulen.
- FDP: Neubau in Ihlpohl und Prüfung der finanziellen Möglichkeiten für Platjenwerbe.
- Grüne: Ausbau der Jahnstraße und vierzügige Schule in Ihlpohl.
- Bürgerfraktion: Keine Neubauten an der Jahnstraße, aber Ganztagsbetreuung für alle Schulen.
- SPD: Ganztagsbetreuung an allen Schulen, aber keine Erweiterungen an der Jahnstraße.
Die politische Auseinandersetzung ist entscheidend, da ab dem Schuljahr 2026/2027 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler besteht.
Gesamtgesellschaftlicher Kontext
Die Entwicklungen in Ritterhude stehen im Einklang mit den größeren Bestrebungen in Deutschland, die Ganztagsbildung auszubauen und als Standard zu etablieren. Laut der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen wird in allen Bundesländern an der Verbesserung der Qualität und Akzeptanz von Ganztagsangeboten gearbeitet. Ziel ist es, Bedürfnisse von Eltern und Schülern zu erfassen und optimale Strukturen für die Ganztagsbetreuung zu schaffen. Diese umfassenden Untersuchungen der Schul- und Angebotsqualität werden durch unterschiedliche Projekte und Analysen unterstützt.
Umfangreiche gesundheitliche und soziale Lernangebote sowie die Entwicklung von Multiprofessionalität in den Schulen sind ebenfalls Teil der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz und der Jugendministerkonferenz. Diese Sichtweise wurde in einem Beschluss zur „Entwicklung und Ausbau einer kooperativen Ganztagsbildung“ unterstrichen, der besagt, dass erfolgreiche Programme nur in einem gemeinsamen Zusammenwirken aller Beteiligten erzielt werden können. Informationen hierzu sind auf der Webseite ganztagsschulen.org verfügbar.
Die nächste Sitzung des Finanzausschusses findet am 31. März statt, gefolgt von der Ratsversammlung am 3. April. Die Diskussion wird öffentlich im Rathaus stattfinden und bietet Bürgern die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt einzubringen.