Die Diskussion über die Entwicklung der Strompreise bleibt auch im Jahr 2025 ein zentrales Thema in Deutschland. Die Hoffnung von Unternehmen und Verbrauchern, dass die Preise auf das Niveau vor der Corona-Pandemie zurückkehren, könnte jedoch trügerisch sein. Wie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg aufzeigt, sind die Strompreise nach der russischen Invasion in der Ukraine erheblich gestiegen, was vor allem auf den Rückgang der russischen Gaslieferungen zurückzuführen ist. Dies führte dazu, dass die Preise auf Rekordhöhen angestiegen sind.

Laut der aktuellen Studie, die in der Zeitschrift „Energy Policy“ veröffentlicht wurde, wird für das Jahr 2025 ein durchschnittlicher Großhandelspreis für Strom zwischen 94 Euro und 114 Euro je Megawattstunde (MWh) prognostiziert. Dabei müssen sich die Verbraucher auf drastische Preisschwankungen einstellen: Kurzfristige Schwankungen zwischen etwa -100 Euro und 1.000 Euro je MWh sind zu erwarten. Prof. Dr. Mario Liebensteiner, Juniorprofessor für Volkswirtschaftslehre an der FAU, betont, dass die Studie keine genauen Vorhersagen liefern kann, sondern einen hohen und volatilen Strompreis in den kommenden Jahren prognostiziert.

Strompreisentwicklung und Stabilisierung

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen gibt es auch Anzeichen für eine mögliche Stabilisierung der Preise. Prognosen deuten an, dass die Strompreise im Jahr 2025 sich sogar leicht reduzieren könnten. Dies wird insbesondere auf die geplante Senkung der Netzentgelte durch die Bundesregierung zurückgeführt, die im Rahmen einer Subvention von 1,3 Milliarden Euro zur Reduzierung der Netzentgelte in diesem Jahr durchgeführt werden soll. In Bundesländern mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien könnte es zu einem leichten Preisverfall kommen, während in anderen Regionen, wie beispielsweise Hamburg, tendenziell ein Anstieg zu erwarten ist.

Die steigende Nachfrage nach Strom, insbesondere durch E-Mobilität, Wärmepumpen und die immer zahlreicheren Rechenzentren, treibt die Preise zusätzlich nach oben. Ein weiterer Einflussfaktor sind die steigenden CO2-Preise und höheren Gaspreise, die das allgemeine Preisniveau erhöhen. Der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland hat ebenfalls zur Verteuerung des Energieverbrauchs beigetragen. Hohe Strompreise stellen somit eine ernsthafte finanzielle Bedrohung für Unternehmen und Privathaushalte dar.

Langfristige Trends und Herausforderungen

Die langfristige Entwicklung der Strompreise könnte moderat ansteigen, doch genaue Vorhersagen sind schwierig. Dies liegt sowohl an der Ungewissheit über künftige Energieerzeugungskosten, insbesondere bei fossilen Brennstoffen, als auch an steuerlichen und abgabenbezogenen Veränderungen. Die Zeit beobachtet, dass trotz der Bemühungen um den Ausbau erneuerbarer Energien und Batteriespeicher, die Preisschwankungen als neue Normalität angesehen werden müssen und starke Tages- sowie saisonale Schwankungen unvermeidlich sind.

Darüber hinaus kann der Ausbau von erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie, als zukunftssicherer Weg zur Stromerzeugung betrachtet werden. Diese Art der Energiegewinnung bietet nicht nur die Möglichkeit zur Kostensenkung, sondern auch Unabhängigkeit von Energieimporten und verbessert die Sicherheit des Stromnetzes. Der Einsatz von Solarbatterien könnte zudem dazu beitragen, den Eigenverbrauch zu optimieren und die Abhängigkeit von den etablierten Netzbetreibern zu verringern.

Die Ergebnisse der Studie sollen laut Prof. Dr. Liebensteiner eine fundierte politische Debatte zur Marktgestaltung und zur Schaffung von Unterstützungsmaßnahmen für sozial schwache Haushalte fördern. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Maßnahmen in den kommenden Jahren umgesetzt werden und welchen Einfluss diese auf die Strompreisentwicklung letztendlich haben werden.