Die deutschen Handballer haben ihr WM-Auftaktspiel gegen Polen mit 35:28 (15:14) in Herning gewonnen und sich damit die Tabellenführung in der Vorrundengruppe A gesichert. Doch der Sieg wurde von einer schweren Verletzung überschattet: Spielmacher Juri Knorr, der entscheidend zum Spielverlauf beitrug, verletzte sich gut 20 Minuten vor dem Ende. Bei einem Stand von 21:21 musste er humpelnd vom Feld, was die Sorgen um seine Fitness verstärkt.
Knorr ist nicht nur ein Schlüsselspieler in der Nationalmannschaft, sondern auch bei den Rhein-Neckar Löwen. Nach dem Spiel wurde bestätigt, dass er sich einen Bruch im Daumen der linken Hand zugezogen hat, was ihn für mehrere Wochen außer Gefecht setzen könnte. Dies hat bedeutende Auswirkungen, da er sowohl beim Bundesliga-Klub als auch auf internationaler Ebene eine zentrale Rolle im Rückraum spielt. Sein Ausfall könnte den weiteren Verlauf der WM für Deutschland stark beeinflussen. Er selbst äußerte, dass er die genaue Dauer der Verletzung nicht einschätzen könne, rechnet jedoch mit mehreren Wochen Pause.
Teamleistung und Ausblick
Trotz des verletzungsbedingten Rückschlags hatte die deutsche Mannschaft im Spiel gegen Polen einige Lichtblicke. Bester Werfer war Renars Uscins mit zehn Toren. Dennoch zeigte die Mannschaft Schwächen, insbesondere im Angriff und in der Chancenverwertung. Trainer Alfred Gislason gab an, dass er mit der ersten Halbzeit unzufrieden war, während Teammanager Benjamin Chatton anmerkte, dass es an einfachen Toren fehle. Eine Stütze war Luca Witzke, der mit einem Tor nach der Pause einen entscheidenden 3:0-Lauf einleitete.
Das nächste Spiel gegen die Schweiz steht bevor, die ihr erstes Match gegen Tschechien mit 17:17 unentschieden spielte. Ein weiterer Sieg könnte Deutschland vorzeitig die Qualifikation für die Hauptrunde sichern. Der verletzungsbedingte Ausfall von Knorr stellt einen zusätzlichen Druck auf das Team dar, da es seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen muss.
Die Belastungen im Handball
Die körperlichen und mentalen Belastungen im Handball sind enorm. Nationalspieler haben in den letzten Jahren gleich mehrere Großveranstaltungen hinter sich, was die Gefährdung für Verletzungen erhöht. In nur zwölf Monaten stehen der EM 2023, die Olympischen Spiele 2024 und die WM 2025 auf dem Program. Diese hohe Frequenz an Wettbewerben belastet die Spieler deutlich, wie Sportmediziner Alexander-Stephan Henze erklärt.
Henze, Oberarzt am Uniklinikum Ulm und Mannschaftsarzt beim TVB Stuttgart, hat festgestellt, dass Olympioniken über das Maß hinaus gefordert werden. Diese Erschöpfung und die dazugehörigen Verletzungsrisiken müssen nicht nur die Spieler, sondern auch das gesamte Teammanagement berücksichtigen, um die Fitness und Gesundheit der Athleten zu gewährleisten.
Der Fokus wird nun darauf liegen, die verbleibenden Spiele der WM erfolgreich zu bestreiten, während die Teamleitung strategisch über die Möglichkeit eines Spiels ohne ihren Schlüsselspieler nachdenkt und sich auf die Fähigkeit der anderen Spieler verlässt, um die Lücken zu schließen.
Währenddessen bleibt die Hoffnung, dass Juri Knorr sich rasch erholen kann und bald wieder ins Geschehen eingreifen darf.
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