Am 25. Februar 2025 fand der Kölner Rosenmontagszug statt, der mit zahlreichen Wagen und einer bunten Ansammlung von Teilnehmern die Straßen der Stadt füllte. Der Umzug, bekannt für seine politische Satire, zeigte unter anderem Darstellungen von Donald Trump, Elon Musk, Alice Weidel und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die politische Brisanz wurde durch verschiedene Mottowagen unterstrichen, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgriffen und zum Nachdenken anregen sollten. Die Darbietungen gingen in diesem Jahr von traditionellen Festlichkeiten zu bedeutenden politischen Statements über, was eine Herausforderung für die Karnevalssession darstellt, die gleichzeitig in die Wahlkampfperiode fällt. Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn kündigte an, dass weitere Wagen in Planung seien, um die Diskussionen aufzugreifen und kommentierte die anhaltende Popularität des Events.
Ein besonders umstrittenes Motiv war ein Wagen, der den Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche beleuchtete. Dies führte zu heftiger Kritik von Seiten der CDU und des Erzbistums Köln. Der Wagen zeigte einen Beichtstuhl, in dem ein Priester einen Messdiener zu sich winkte, kombiniert mit dem aufdringlichen Text „Jesus liebt dich“. CDU-Politiker bezeichneten diese Darstellung als „abstoßend“, „verletzend“ und „geschmacklos“, während das Erzbistum betonte, dass nicht alles, was im Karneval auftaucht, auch als lustig zu betrachten sei. Ehemaliger Oberbürgermeister Fritz Schramma und andere CDU-Mitglieder äußerten ihren Unmut in einem Protestbrief, in dem sie sagten, Karneval dürfe provozieren, solle jedoch nicht verletzen.
Kritik und Verteidigung der Satire
Marc Michelske, der neue Zugleiter des Rosenmontagszugs, verteidigte die satirische Darstellung und merkte an, dass es wichtig sei, den Missbrauch selbst und seinen Umgang zu kritisieren. Er verwies auch auf positive Rückmeldungen von Betroffenen, die sich durch den Wagen gehört und verstanden fühlen. Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit, dass der Wagen wie geplant im Zug mitfahren wird und nannte eine bevorstehende Pressekonferenz, um weitere Details zu erläutern. Anwalt Eberhard Luetjohann, der Missbrauchsopfer vertritt, lud Kritiker ein, die Missbrauchsarchive genau zu betrachten, um ein besseres Verständnis für die Thematik zu erlangen.
Der Kölner Rosenmontagszug war jedoch nicht der einzige Weg, wie der Karneval in Deutschland gefeiert wurde. In ganz Europa, auch in Städten wie Düsseldorf und Mainz, gingen Hunderttausende in farbenfrohen Kostümen auf die Straßen. Die Feiern wurden mit Süßigkeiten, Blumen und Alkohol untermalt. In Mainz wagte man sich an das Motto „Zur Fassenacht lädt Mainz am Rhein die ganze Welt zum Schoppe ein“, während in Köln der größte Umzug mit dem Motto: „Wat e Theater – wat e Jeckespill“ stattfand.
Die Diversität der Feiern zeigt sich auch in anderen europäischen Ländern, die eine bunte Palette an Veranstaltungen anbieten. In Italien etwa erreicht der Karneval in Venedig mit einem großen Kostümwettbewerb in der Markusplatz sein Höhepunkt, wo die Gewinnerin des letzten Jahres, eine Französin, gezeigt wird. Wetterbedingte Einschränkungen in Portugal führten dazu, dass einige Umzüge abgesagt werden mussten, während in anderen Städten wie Torres Vedras Hunderte trotz der Witterung zusammenkamen, um zu feiern.
Zusammenfassend zeigt der diesjährige Kölner Rosenmontagszug nicht nur bunte Karnevalstradition, sondern auch gesellschaftskritische Themen, die sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit für diskutiert werden. Der Spagat zwischen Tradition und politischer Aussage bleibt eine Herausforderung, die viele Akteure im Kölner Karneval weiterhin beschäftigen wird.
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