Christian Sievers, der Hauptmoderator des Heute-Journals bei ZDF, hat in einer aktuellen Sendung einen bemerkenswerten Vergleich gezogen. In seiner Analyse der Parlamentswahl in Grönland stellte er Parallelen zu den Wahlen in Schwäbisch Gmünd her. Beide Orte zählen etwa 40.000 Wahlberechtigte, was den Vergleich unterstreicht. Sievers, der seit Januar 2022 das ZDF-Journal moderiert, hat aus zahlreichen Ländern berichtet, darunter die USA, Bosnien und Israel, und war bereits vor Ort nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe in Südostasien und dem Terroranschlag auf die Zwillingstürme in New York.Schwäbische Post erklärt, dass in einer Folge des Heute-Journals sogar eine komplette Sendung aus Gmünd ausgestrahlt wurde, in der Sievers ein Interview mit dem Oberbürgermeister der Stadt führte.

Die Auseinandersetzung mit politischen Themen geht jedoch über die Geographie hinaus. In seinem Projekt „Am Puls“ möchte Sievers die Herausforderungen der deutschen Gesellschaft thematisieren, insbesondere die Probleme im Zusammenhang mit Bürokratie und Digitalisierung. Diese Reportage, die am 27. Juli um 22:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, behandelt Aspekte des Regelungswahns und des Stillstands in Deutschland. Sievers gibt zu, dass er auf seinem täglichen Arbeitsweg oft an Baustellen und maroden Brücken vorbeifährt, was ihn persönlich betroffen macht.Yahoo Nachrichten hebt hervor, dass die Reportage auch mögliche Lösungen präsentiert, wie beispielsweise eine Kindergeld-App, die den Verwaltungsprozess in Hamburg effizienter gestaltet.

Stillstand und Digitalisierung

Im Kontext der digitalen Verwaltung in Deutschland zeigt Sievers auf, dass bemängelnde Fortschritte notwendig sind. Von 575 angestrebten digitalen Verwaltungsdienstleistungen sind derzeit lediglich 33 tatsächlich online verfügbar. Dies führt weiterhin zu einer Vielzahl von papierbasierten Prozessen in deutschen Ämtern.ZDF berichtet, dass beispielsweise im BAföG-Amt Halle Studenten zwar Online-Anträge stellen können, diese jedoch vor Ort ausgedruckt werden müssen.

Die Reportage zieht auch Vergleiche zwischen der deutschen und der dänischen Kultur. Während Dänemark als Vorreiter in der Digitalisierung gilt, fehlt es in Deutschland oft an der nötigen Gelassenheit und der Bereitschaft zur Innovation. Der dänische Begriff „pyt“, was so viel wie „ist nicht schlimm“ bedeutet, soll als Ermutigung für eine offenere Haltung gegenüber Veränderungen dienen. Sievers stellt fest, dass viele Menschen in Deutschland eine Veränderung herbeisehnen, insbesondere angesichts des Fachkräftemangels und der komplizierten Regelungen, die klar erkennbar sind.

Insgesamt wird klar, dass Sievers‘ Reportage eine gründliche Bestandsaufnahme in Deutschland bietet, ohne den Optimismus in Bezug auf die Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu verlieren. Mit seiner journalistischen Erfahrung und seinem kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen begegnet Sievers einem Thema, das viele Deutsche betrifft.