Im beschaulichen Burscheid erinnern sich Ute und Hubert Dörner an eine langjährige Ehe, die von gemeinsamen Erlebnissen und einer tiefen Verbundenheit geprägt ist. Das Paar hat kürzlich sein 60-jähriges Hochzeitsjubiläum gefeiert und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ute Dörner begegnete ihrem Ehemann Hubert in einer Tanzschule in Bonn, als sie gerade erst 17 Jahre alt war. Zu Beginn ihrer Beziehung wollte Ute eigentlich Abitur machen und Lehrerin werden, doch die Chemie zwischen den beiden war so stark, dass sie bald sicher war, Hubert den Rest ihres Lebens zur Seite zu stehen. Ihre Mutter riet ihr jedoch, erst das Abitur zu beenden, bevor sie sich auf eine Ehe festlegte.

In den ersten Jahren ihrer Beziehung schrieben sich die beiden während Huberts Maschinenbaustudium zahlreiche Liebesbriefe. Beide stammen aus ähnlichen familiären Hintergründen, da sie nach dem Krieg mit ihren Familien nach Deutschland geflohen waren. Ihr christlicher Glaube und das Engagement in der Kirchengemeinde schweißten die beiden weiter zusammen. Ute war aktiv bei den katholischen Frauen der KFD, während Hubert den Kolpingverband unterstützte.

Gemeinsam durch Höhen und Tiefen

Die Hochzeit von Ute und Hubert Dörner fand an einem sonnigen Tag statt, der erst regnerisch wurde, als sich das Paar trennen musste. Ihr Leben als verheiratetes Paar war von Herausforderungen geprägt, doch Hubert betont, dass der Schlüssel zu ihrer stabilen Ehe die Kommunikation war. „Wir haben immer miteinander gesprochen und Schwierigkeiten gemeinsam bewältigt“, sagt Hubert. Diese Offenheit hat dazu beigetragen, dass sie auch heute noch glücklich zusammen leben und auf die Erziehung ihrer vier Kinder zurückblicken, was ihre Beziehung zusätzlich gestärkt hat. Ute Dörner nennt es ein Märchen, gemeinsam alt geworden zu sein.

Doch nicht nur in Burscheid tut sich etwas. Eine internationale Konferenz mit dem Titel „Tanz mit Gott oder mit dem Teufel?“ hat kürzlich in Deutschland stattgefunden. Ziel war es, das Verhältnis zwischen Theologie und Tanz neu zu definieren. Historisch galt Tanz in der westlichen christlichen Tradition oft als Versuchung zur Sünde, was dazu führte, dass Tanz marginalisiert wurde. Die Konferenz zielte darauf ab, diese Dichotomie zu überwinden und neue Perspektiven einzubeziehen, beispielsweise postkoloniale, feministische und queere Ansätze.

Tanz als Brücke zur theologischen Reflexion

Prof. Dr. Heike Walz von der Augustana-Hochschule, die die Konferenz organisierte, definierte Tanz als „rhythmische Körperbewegung, meist zu Musik“ und zeigt damit einen neuen Ansatz der Theologie. In Workshops konnten die Teilnehmer argentinischen Tango, afrikanischen Tanz und mystischen Sufi-Tanz erlernen. Die Konferenz bot nicht nur theoretische Ansätze, sondern auch praktische Erfahrungen und war ein Schritt in Richtung einer größeren Integration von Tanz in christliche Glaubenspraktiken. Teilnehmer waren sich einig, dass diese Veranstaltung den Beginn weiterer Forschungen darstellen könnte.

Diese Diskussion über die Beziehung zwischen Tanz und Glaube spiegelt auch die aktuelle Diskussion in der Kirche wider, in der es um Themen wie Liebe, Sexualität und Beziehungen geht. Brixener Moraltheologe Martin M. Lintner thematisierte in seinem aktuellen Buch die Entwicklung der kirchlichen Ehelehre und die biblischen Grundlagen einer erneuerten Ethik von Sexualität. Mit einer neuen Beziehungsethik, die sich an der christlichen Tradition orientiert, fordert Lintner eine tiefere Auseinandersetzung mit Themen wie sexualisierte Gewalt und Geschlechtsidentitäten, die für viele heute von zentraler Bedeutung sind.

Lintners Ansatz erfordert eine Brückendisziplin zwischen modernen Erfahrungen und den Traditionen der Kirche. Ob die Kirche jedoch weiterhin eine relevante Stimme in diesen Debatten haben kann, bleibt fraglich, insbesondere angesichts der zunehmend kritischen Haltung zu ihrer Position in der Gender-Debatte und der Einstufung von Homosexualität als schwere Sünde. Darüber hinaus wurde Lintner kürzlich die kirchliche Unbedenklichkeit für das Dekansamt an seiner theologischen Fakultät abgesprochen, was als Hinweis auf die Problemblindheit der römischen Kirchenleitung gesehen wird.

Diese Entwicklungen zeigen, dass sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich das Streben nach einer größeren Auseinandersetzung mit Liebe, Tanz und Theologie von Bedeutung ist – ein spannendes Zusammenspiel, das viel Raum für weitere Überlegungen und Diskussionen lässt.