Die Förderung des Fußverkehrs steht im Fokus einer neuen Initiative der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Staatssekretärin Dick Walther erklärte, dass die Bedingungen für Fußgänger in Städten und Gemeinden erheblich verbessert werden können, was nicht nur den Fußgängern, sondern auch dem Einzelhandel und der Gastronomie in den Innenstädten zugutekommt. Mit dem Motto „Schritt für Schritt zu attraktiven Ortszentren“ sollen professionelle Fußverkehrs-Checks eingeführt werden, die als Teil des Regierungsschwerpunktes „Innenstädte der Zukunft“ fungieren.
Diese Fußverkehrs-Checks, die gezielt in zehn ausgewählten Kommunen durchgeführt werden, umfassen die Bewertung der Fußwege durch Bürger, Politik und Verwaltung. Nach einer Bewerbung von insgesamt 23 Kommunen wurden die Städte Alzey, Bad Sobernheim, Flonheim, Frankenthal, Kaiserslautern, Kasel, Konz, Mainz, Verbandsgemeinde Vordereifel und Zweibrücken ausgewählt. Die Checks beinhalten unter anderem zwei Begehungen zur Identifikation von Problemen sowie Workshops zur Vertiefung von Lösungsvorschlägen.
Wachsende Bedeutung der Fußverkehrsförderung
Während des 5. Deutschen Fußverkehrskongresses, der mit Unterstützung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) stattfand, wurde die wachsende Bedeutung des Fußverkehrs für die Innenstädte hervorgehoben. Über 500 Teilnehmende aus Deutschland und Europa waren anwesend, um mehr als 70 Fachvorträge, Workshops und Diskussionsrunden zur Fußverkehrsförderung zu erleben. Dieser Kongress hat sich als das wichtigste Netzwerktreffen für Fußverkehr und aktive Mobilität etabliert, betont BMDV.
Ein weiterer zentraler Aspekt der Initiative zur Förderung des Fußverkehrs ist ein Forschungsprojekt, das unter dem Titel „Kommunale Fußverkehrskonzepte als Baustein einer systematischen Fußverkehrsförderung“ läuft. Ziel ist eine wirksame Unterstützung des Fußverkehrs in deutschen Kommunen. Der Prozess umfasst die Zusammenstellung vorhandener strategischer Ansätze sowie die Identifikation erfolgreicher Kommunikationsstrategien für die Kommunen. Dies wird ermöglicht durch das Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS), das vom Projektteam der Technischen Universität Dresden und der Ramboll Deutschland GmbH, Berlin, organisiert wird.
Erfolgsfaktoren und Bürgerbeteiligung
Ein bedeutender Bestandteil des Forschungsprojektes ist die bundesweite Online-Kommunalbefragung, die vom 17. September bis 29. Oktober 2024 durchgeführt wird. Diese richtet sich an Vertreter deutscher Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern, die mit Fußverkehr und Nahmobilitätsplanung betraut sind. Dabei werden Themen wie Strategien, Maßnahmen, Monitoring und Evaluation behandelt. Das Projekt zielt darauf ab, Hemmnisse bei der Umsetzung von Fußverkehrskonzepten zu identifizieren und übertragbare Best-Practice-Beispiele zu präsentieren, um die Umsetzungsgeschwindigkeit in den Kommunen zu erhöhen.
Insgesamt zeigt die Initiative der Landesregierung von Rheinland-Pfalz einen klaren Trend hin zu einer städtischen Mobilität, die den Fußgänger ins Zentrum der Planung stellt, was sowohl der Umwelt als auch der Lebensqualität in den Städten zugutekommt. Das Engagement für die Fußverkehrs-Checks sowie die Forschung in diesem Bereich verdeutlichen das Bestreben, Fußgängern attraktivere und sicherere Bedingungen zu bieten. Diese konsequenten Schritte sind entscheidend, um die Bedeutung des Fußverkehrs in der urbanen Mobilität nachhaltig zu stärken und die Innenstädte zukunftsfähig zu gestalten.