Der Verkehrssicherheitsbericht für 2024, veröffentlicht am 20. März 2025, offenbart eine komplexe Lage der Verkehrssicherheit in Schleswig-Holstein. Laut mopo.de sinkt die Zahl der Verkehrstoten, während die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle ansteigt. Diese widersprüchlichen Trends stellen die Landesregierung vor Herausforderungen im Bereich der Verkehrssicherheit.

Im Jahr 2024 kamen insgesamt 86 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben, eine Abnahme von vier im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig erlitten etwa 15.500 Menschen Verletzungen, darunter 1.872 schwer verletzte Personen. Dies zeigt, dass trotz der sinkenden Zahl der Todesopfer die Verkehrsunfälle insgesamt auf 89.900 gestiegen sind – ein Anstieg um 1.296 im Vergleich zu 2023, wie ndr.de ergänzt.

Hauptursachen für Unfälle

Die häufigsten Unfallursachen sind Fehler beim Abbiegen und das Missachten der Vorfahrt, die beide zusammen fast ein Drittel aller Unfälle ausmachen. Geschwindigkeitsüberschreitungen sind bei rund 9,8 % der Unfälle zu verzeichnen, insbesondere auf Autobahnen. Auf diesen gab es allerdings einen Rückgang von Unfällen um 5,7 %, während die Zahl der Verkehrstoten auf Autobahnen von drei im Jahr 2023 auf acht im Jahr 2024 angestiegen ist.

Besondere Besorgnis bereitet auch die steigende Zahl der unerlaubten Entfernen vom Unfallort: Im Jahr 2024 wurden fast 20.600 Fälle registriert, was die höchste Zahl der letzten zehn Jahre darstellt. Bei diesen Unfallfluchten wurden 1.149 Personen leicht und 80 schwer verletzt, während es zwei Todesfälle gab, im Vorjahr war es nur einer.

Verletzungen von Kindern und Nutzung von E-Scootern

Die Statistik zeigt zudem einen Anstieg von Unfällen mit Kindern. Diese stiegen um 0,9 % auf 1.196 Fälle, wobei 1.247 Kinder verletzt wurden, was einem Anstieg von 3,4 % entspricht. Besonders viele dieser Unfälle ereigneten sich, während die Kinder in Fahrzeugen ihrer Eltern oder Großeltern saßen. Im Zusammenhang mit Elektrorollern ist ebenfalls eine Zunahme zu verzeichnen: Die Unfälle stiegen von 543 im Jahr 2023 auf 688 im Jahr 2024.

Insgesamt wurden bei E-Scooter-Unfällen 607 Personen verletzt, was eine Steigerung von 31,4 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Hauptunfallursachen sind hier falsche Straßenbenutzung und der Einfluss von Alkohol oder Drogen, wie Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack betont. Sie stellt klar, dass E-Scooter nach Alkoholkonsum keine Alternative zum Auto sind, und fordert ein umsichtigeres Verhalten von Verkehrsteilnehmern.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Politik reagiert auf die Zahlen mit gemischten Gefühlen. Finanzielle Mittel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit werden gefordert, da der SPD-Abgeordnete Niclas Dürbrook einen fehlenden Fahrplan der Landesregierung kritisiert. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Nelly Waldeck bewertete das Ziel von null Verkehrstoten als erreichbar, während die `Gewerkschaft der Polizei` eine konsequente Überwachung der Verkehrsregeln als eine der Kernaufgaben des Staates ansieht.

Die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Verkehrsplanung wird auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) hervorgehoben. Dessen Vorsitzende, Stephanie Meyer, fordert eine Neuausrichtung der Infrastruktur und Bettel für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Radfahrer.

Die vorliegenden Daten sind Teil einer umfassenden Verkehrsunfallstatistik, die zuverlässige, differenzierte und aktuelle Informationen über das Unfallgeschehen sammelt. Diese Daten dienen als Grundlage für die staatliche Verkehrspolitik, insbesondere hinsichtlich Infrastruktur, Verkehrserziehung und Gesetzgebung, gemäß den Informationen von destatis.de.