Die aktuelle Flüchtlingssituation in Schleswig-Holstein steht aufgrund internationaler Entwicklungen im Mittelpunkt der Diskussionen. Der Verband der norddeutschen Wohnungsunternehmen (VNW) äußert Bedenken, dass die Politik der US-amerikanischen Regierung unter Donald Trump zu einer neuen Flüchtlingswelle führen könnte. VNW-Präsident Andreas Breitner ist besorgt, dass eine unklare Lage in der Ukraine viele Menschen dazu bewegen könnte, erneut zu fliehen. Bereits jetzt leben viele Ukrainer in Norddeutschland, und es wird mit einem Zuwachs von Flüchtlingen gerechnet. Laut den zum Teil alarmierenden Aussagen von Breitner habe die Ankündigung der US-Regierung, die Militärhilfe für die Ukraine einzustellen, das Risiko einer erneuten Migrationsbewegung erhöht.
Breitner fordert ein Baubeschleunigungsgesetz, um den Wohnungsbau zu fördern. Es sei von großer Wichtigkeit, nicht nur Wohnungen zu schaffen, sondern auch die soziale Infrastruktur, insbesondere Schulen und Kitas, in den Blick zu nehmen. Aktuell sind etwa 42 % der Plätze in den Landesunterkünften unbesetzt, was auf Probleme bei der Integration hinweist. Zivile Güter wie Wohnungen und soziale Einrichtungen sind dringend benötigt, während bürokratische Hürden die Jobaufnahme gut ausgebildeter Migranten erschweren.
Aktuelle Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein
Am Ende Februar 2025 waren in Schleswig-Holstein rund 43.000 Vertriebene aus der Ukraine registriert. Dies macht etwa zwei Drittel der aktuellen Flüchtlinge aus. Im Januar 2024 wurden 340 Vertriebene aufgenommen, das entspricht einem Anstieg von 18 % im Vergleich zum Vormonat, jedoch einem Rückgang von 38 % im Vergleich zum Januar 2023. Im letzten Jahr wurden insgesamt 4.346 Vertriebene aus der Ukraine in Landesunterkünften aufgenommen. Dies stellt einen Rückgang um 23 % im Vergleich zu den Zahlen von 2023 dar.
Ein Blick auf die Daten des Zuwanderungsberichts zeigt, dass insbesondere die Anzahl der aufgenommenen Geflüchteten stark variiert. Im Oktober 2023 wurden 2.330 Geflüchtete versorgt, darunter 621 aus der Ukraine und 1.709 aus anderen Herkunftsländern, vor allem Syrien, der Türkei und Afghanistan. Integrationsministerin Aminata Touré betont die dramatische internationale Fluchtbewegung, die eine Herausforderung für die Kommunen darstellt. Der Großteil der geflüchteten Menschen wird auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt, wo bereits Unterstützung geplant ist.
Integration und soziale Unterstützung
Die Integration der Vertriebenen hat in Schleswig-Holstein große Bedeutung. Trotz der Herausforderungen in den Nachbarschaften zeigt Lübeck eine bemerkenswerte Solidarisierung. Dort wurden etwa 50.000 Euro für die Ukraine-Hilfe gespendet, wie vom Vorsitzenden der Lübecker Flüchtlingshilfe, Stefan Schenk, berichtet wurde. Um die Situation zu verbessern, ist eine Kapazitätserweiterung in den Aufnahmeeinrichtungen und Landesunterkünften geplant, von derzeit rund 7.800 verfügbaren Plätzen auf insgesamt 10.000. Eine neue Landesunterkunft in Kiel eröffnet am 20. November 2023 und wird Platz für 600 Personen bieten.
Obwohl die aktuelle Zuwanderung aus der Ukraine im Vergleich zum Vorjahr rückläufig erscheint, bleibt die Lage angespannt. Die Nachbarn der Geflüchteten sind zunehmend mit der Integration überfordert, auch wenn soziale Vermieter Unterstützung anbieten. Diese Thematik wird auch durch die umfassenden Maßnahmen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstrichen, das klare Integrationsrichtlinien verfolgt und die Bedeutung der Flüchtlingspolitik betont. Der Zuwanderungsbericht dokumentiert die Entwicklungen, während die Kommunen für ihr solidarisches Vorgehen anerkannt werden.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Herausforderungen der steigenden Flüchtlingszahlen und die damit verbundenen sozialen Anforderungen erfolgreich zu meistern. Die Politik kündigt umfassende Pläne an, doch die praktische Umsetzung wird zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen sind.