Schleswig-Holstein

Mordprozess Ibrahim A.: Psychiater empfehlen Verlegung in psych. Anstalt

Der geheimnisvolle mentale Zustand des Angeklagten: Aussagen eines weiteren Psychiaters im Brokstedt-Prozess.

Im Mordprozess um den tödlichen Angriff in einem Regionalzug bei Brokstedt ging es vor dem Landgericht Itzehoe erneut um den mentalen Zustand des Angeklagten Ibrahim A. Zwei Psychiater, darunter ein Professor für Psychiatrie, machten ihre Aussagen. Der Professor berichtete, dass Ibrahim A. zunächst zugänglich gewesen sei, später jedoch in seiner Zelle randalierte und halluzinierte. Ibrahim A. glaubte laut dem Gutachter, der palästinensische Geheimdienst stehe vor seiner Tür. Ein Psychiater der JVA Hamburg hatte zuvor im Prozess angemerkt, dass Ibrahim A. an einer Psychose leiden könnte.

Der Gutachter erwähnte auch, dass Ibrahim A. berichtet habe, zum Suizid aufgefordert worden zu sein. Zudem sei er mit Psychopharmaka behandelt worden und zeigte in späteren Gesprächen abweisendes und aggressives Verhalten. Die Staatsanwaltschaft wirft Ibrahim A. vor, im vergangenen Jahr zwei Menschen in der Bahn bei Brokstedt getötet und vier weitere schwer verletzt zu haben. Der Verteidiger des Angeklagten argumentiert, sein Mandant sei nicht voll schuldfähig.

Lebt in Kiel und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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