Das Hauptzollamt Kiel hat am Mittwoch mit 76 Beamten umfangreiche Ermittlungen zu schwerer Arbeitsausbeutung in Neumünster durchgeführt. Bei den Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen sowie einer Baustelle wurde eine Person aus äußerst kritischen Arbeitsbedingungen befreit, während der Hauptverdächtige festgenommen wurde. Unglaubliche 60.000 Euro Vermögensarrest wurden ebenfalls verhängt.

Die Betroffenen sollen bis zu drei Monate lang zur Arbeit gezwungen worden sein, ohne dafür bezahlt zu werden und ohne dass Steuern oder Sozialabgaben abgeführt wurden. Die ermittelnden Zöllner berichteten von elenden Schlafplätzen, die für bis zu zehn Personen bereitgestellt wurden, aber stark verschimmelt und unzumutbar waren. Der Fall kam ans Licht, nachdem einer der Betroffenen entkommen und Hilfe holen konnte. Aufgrund festgestellter Mängel wurde die Baustelle von der Arbeitsschutzbehörde zunächst stillgelegt, während die Ermittlungen zu weiteren möglichen Beschuldigten andauern.