Die Stadt Kiel plant eine umfassende Überprüfung der Dreikronenbrücke, nachdem Risse an mehreren Stellen entdeckt wurden. Verkehrsdezernentin Alke Voß versichert, dass trotz dieser Risse keine Gefahr eines Einsturzes besteht und der Verkehr weiterhin normal fließen kann. Während der zweiwöchigen Untersuchungsphase wird die Brücke jedoch nur einspurig befahrbar sein.
Täglich nutzen etwa 14.000 Fahrzeuge die Brücke, die eine Temporeduzierung auf 50 km/h vorsieht, wobei der normale Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h abwich. Die aufgetretenen Risse, die in stark beanspruchten Bereichen wie den Pfeilern gemessen wurden, sind weniger als 0,2 Millimeter breit und wurden zunächst als unkritisch eingestuft. Neue Berechnungen legen jedoch nahe, dass am Spannstahl größere Schäden möglich sein könnten. Dieser Spannstahl ist als „spannungsrisskorrosionsgefährdet“ eingestuft, was zu weiterer Besorgnis führt.
Untersuchungen und Verkehrsbehinderungen
Am 10. März werden Proben an drei Stellen der Brücke entnommen, um die Materialeigenschaften zu analysieren und die Ursachen der Rissbildung zu klären. Während dieser Arbeiten wird eine Fahrspur gesperrt, sodass der Verkehr über eine provisorische Ampelanlage geregelt wird. Autofahrer sollten längere Fahrzeiten einplanen und gegebenenfalls Ausweichstrecken nutzen. Ein Bericht über die Schäden wird Mitte Mai vorliegen und darüber entscheiden, ob die geplante Grundinstandsetzung beibehalten oder ob vorzeitige Sanierungen nötig werden.
In dieser Hinsicht kündigte die Stadt auch an, dass der Austausch der Fahrzeugrückhaltesysteme am Fahrbahnrand, die ebenfalls schadhaft sind, erfolgen wird. Sollte sich herausstellen, dass der Spannstahl in gutem Zustand ist, könnte die Brücke weiterhin ohne Einschränkungen befahren werden. Andernfalls könnte schlimmstenfalls sogar ein Abriss und Neubau der Brücke notwendig werden.
Herausforderungen bei Brückeninspektionen
Einen zusätzlichen Kontext bieten die Herausforderungen, die bei Brückeninspektionen auftreten. Regelmäßige Inspektionen sind entscheidend, um die Sicherheit zu gewährleisten und potenzielle Katastrophen zu verhindern. Dabei sind technologische Fortschritte wichtig. Herkömmliche Inspektionen erfordern viel Personal, kosten viel Geld und sind logistisch aufwendig. Der Einsatz moderner Technologien wie Brückeninspektionskameras und Drohnen kann diese Prozesse effizienter und kostengünstiger gestalten.
Zusätzlich ist die Erfassung aktueller Baupläne von älteren Brücken oft eine Herausforderung, da diese manchmal nicht vorhanden sind. Fortschrittliche Technologien und maßgeschneiderte Modellierungssoftware könnten helfen, digitale Versionen dieser Pläne zu erstellen, was die Inspektion erheblich erleichtern würde. Lösungen wie diese können helfen, regulatorische Bedenken auszuräumen und die Inspektionsmethoden zu diversifizieren, sodass die Sicherheit der Brücken langfristig gewährleistet werden kann.