Am Donnerstag, den 13. März 2025, wurde die Feuerwehr Kiel zu einem Einsatz in der Technischen Fakultät der Universität Kiel gerufen, nachdem gegen 16 Uhr ein Alarm in einem Laborgebäude ausgelöst wurde. Der Vorfall wurde durch das Platzen einer Quecksilberdampflampe in einem Mikroskop verursacht, wobei eine bislang unbekannte Menge Quecksilber ausgetreten ist und das Labor kontaminierte. Zwei Personen, die sich im Gefahrenbereich aufhielten, wurden vom Rettungsdienst gesichtet, mussten jedoch nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Feuerwehr rückte mit Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Ostwache und Hauptwache sowie mehreren Fahrzeugen und Spezialgeräten an. Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen führten während des Einsatzes Messungen im Labor durch und konnten die Ursache des Alarms schnell beseitigen. Während dieser Zeit ruhte der Betrieb im Laborgebäude, und Teile der Räumlichkeiten mussten evakuiert werden. Der Einsatz dauerte bis in die Abendstunden, wobei zur Sicherheit Rettungsdienstfahrzeuge vor Ort blieben.

Gefahr durch Quecksilber und seine Anwendungen

Quecksilber wird in einer Vielzahl von industriellen sowie haushaltsnahen Anwendungen genutzt. Dazu gehören unter anderem elektrische Schalter, Thermometer und Barometer. Der Stoff findet auch in Leuchtstofflampen Anwendung, da elementares Quecksilber an Leuchtpulver adsorbiert wird. Auch im Zahnamalgam sind etwa 50 % Quecksilber enthalten. Zudem wird Quecksilber in der chemischen Industrie als Katalysator und in diversen anderen Produkten verwendet, beispielsweise in Knopfzellen und Farbpigmenten (Umweltbundesamt).

Die Gefahren, die von quecksilberhaltigen Abfällen ausgehen, sind erheblich. Diese Abfälle müssen als gefährliche Abfälle eingestuft und gemäß strengen Richtlinien entsorgt werden. Technologien zur umweltgerechten Entsorgung umfassen unter anderem spezielle Deponien und chemisch-physikalische Behandlungsmethoden, um die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren (Umweltbundesamt).

Entsorgungsrichtlinien und Verantwortung im Labor

In Laboratorien fallen häufig chemische und andere Sonderabfälle an, die fachgerecht verwertet oder als gefährlicher Abfall entsorgt werden müssen. Dabei sollte die Abfallvermeidung sowie das Recycling möglichst hohe Priorität haben, um die Ressourcen zu schonen und Umweltbelastungen zu minimieren (Abfallmanager). Abfälle, die unter die Abfallschlüsselnummer 180106* fallen, umfassen unter anderem Säuren, Laugen und halogenierte Lösemittel, die ebenfalls besonderen gesetzlichen Vorschriften unterliegen.

Eine sichere Entsorgung erfordert die getrennte Sammlung in zugelassenen, dicht verschlossenen Behältern sowie die Lagerung in geeignet belüfteten und abschließbaren Räumen. Der Transport zu Entsorgungsanlagen muss gemäß den geltenden Gefahrgutbestimmungen erfolgen. Dies wird durch die regelmäßige Überprüfung von Chemikalienbeständen und eine klare Beschriftung aller Gefäße unterstützt (Abfallmanager).

Die Vorfälle in Kiel verdeutlichen die Notwendigkeit eines umsichtigen Umgangs mit gefährlichen Stoffen wie Quecksilber, um sowohl die Gesundheit der Personen im Labor als auch die Umwelt zu schützen. Entsprechende Standards und Richtlinien zur sicheren Lagerung und Entsorgung müssen zwingend eingehalten werden.