Die Neuverfilmung des Disney-Klassikers „Schneewittchen“ sorgt für tumultartige Diskussionen und rege Reaktionen im Vorfeld ihrer Premiere am 20. März 2025 in deutschen Kinos. Die Doppelbesetzung von Rachel Zegler in der Titelrolle und Gal Gadot als böse Königin bildet das Herzstück des Films. Allerdings steht der Film im Fokus von Kontroversen, die über die Leinwand hinausgehen.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt Gal Gadot, die sich in der Vergangenheit gegen Antisemitismus positioniert hat und sich für die Freilassung von Hamas-Geiseln einsetzt. Diese Haltung führt zu einer gespaltenen Resonanz in der Öffentlichkeit, wobei einige Nutzer einen Boykott des Films ankündigen. Rachel Zegler, die mit lateinamerikanischen Wurzeln als Schneewittchen gecastet wurde, hat sich ebenfalls zu politischen Themen geäußert und ihre Unterstützung für Palästina bekundet. Diese politischen Aktionen und Äußerungen von beiden Hauptdarstellerinnen werfen Fragen zur aktuellen Rolle und Verantwortung von Künstlern in der Gesellschaft auf.

Kritik an der Besetzung und der Darstellung

Die Besetzung von Rachel Zegler hat zu rassistischen Kommentaren geführt, die sich auf ihre Hautfarbe beziehen. Kritiker vergleichen die Kontroversen um Zeglers Rolle mit der vorherigen Debatte über Halle Bailey, die als schwarze Meerjungfrau in Disneys Neuverfilmung von „Arielle“ gecastet wurde. Sowohl die Besetzungspolitik als auch die Debatte um die Rasse und Identität stellen aktuelle gesellschaftliche Normen in Frage.

Zudem äußerte Peter Dinklage Kritik an Disney, weil er die Darstellung der sieben Zwerge als rückständig und scheinheilig bezeichnete. Disney hingegen behauptet, sich im Vorfeld mit Vertretern der Kleinwüchsigen-Gemeinschaft beraten zu haben, um einen sensibleren Ansatz zu finden.

Kulturelle Reflexion

Die Auseinandersetzung mit den Darstellungen in Disney-Filmen ist nicht neu. Disney hat kürzlich beschlossen, Filme, die als problematisch gelten, künftig mit erklärenden Hinweisen auf Disney+ zu versehen. Diese Maßnahmen sollen den Zuschauern bewusst machen, dass einige Inhalte negative Darstellungen beinhalten, die sowohl damals als auch heute als problematisch angesehen werden – was als Reaktion auf Cancel Culture gewertet wird. Zu den Filmen zählen auch „Schneewittchen“, in dem zum Beispiel ein Kuss ohne Zustimmung erfolgt, sowie andere Klassiker mit diskriminierenden Inhalten.

Die Walt Disney Company sieht diesen Schritt als Kompromiss, um kulturelle Werke nicht komplett zu zensieren oder zu löschen, sondern um eine Diskussion über deren Inhalte und die damit verbundenen historischen Kontexte anzuregen. Afroamerikanische Filmkritiker wurden konsultiert, um die problematischen Aspekte der Filme zu identifizieren und zu verstehen.

Die anhaltenden Diskussionen und die verschiedenen Reaktionen zeigen, dass die Neuverfilmung von „Schneewittchen“ weit mehr ist als ein unterhaltsamer Film. Sie ist ein Spiegel gesellschaftlicher Debatten über Rasse, Geschlechterrollen und die Verantwortung von Medienproduzenten, in einer sich wandelnden Welt sensibel und respektvoll zu handeln.

Für weitere Informationen über die spannende Entwicklung rund um diesen Film und die damit verbundenen Debatten können Sie die Berichte von rosenheim24, Spiegel und RND verfolgen.