Die 56-jährige Sieglinde Schilk gehört zu den fünf engagierten Ehrenamtlichen, die im Rahmen des Familienpatenschaftsprojekts der Caritas-Ostwürttemberg und des Ellwanger Vereins „Kleine Hände“ Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Seit 2019 bietet das Projekt eine wertvolle Hilfe für Eltern, insbesondere für Alleinerziehende oder Mütter mit Kindern bis zu sechs Jahren. Schilk erklärt, dass ihre wöchentlichen Besuche etwa drei Stunden dauern und Aktivitäten wie Spaziergänge, Spielplatzbesuche, Vorlesen und das Spielen mit den Kindern umfassen. Diese regelmäßigen Begegnungen schaffen nicht nur eine vertrauensvolle Beziehung, sondern ermöglichen es den Familien auch, Zeit für sich selbst zu gewinnen.
Franziska Lehnert, 33 Jahre alt, ist ein Beispiel für die positive Wirkung dieser Patenschaften. Sie erhielt zwei Jahre lang Unterstützung von Sieglinde Schilk, als sie Zwillinge bekam. In einer Zeit, die von Schlafmangel und gesundheitlichen Herausforderungen geprägt war, beschreibt Lehnert die Besuche als Lichtblick. „Es gab mir Zeit für mich selbst“, berichtet sie. Ihre Patin half ihr, schwierige Momente zu bewältigen und die alltäglichen Herausforderungen zu meistern. Diese persönlichen Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung der Familienpatenschaften, die nicht nur praktische Hilfe bieten, sondern auch emotionalen Rückhalt leisten.
Unterstützung in Alltagssituationen
Die Aufgaben von Familienpat*innen sind vielfältig. Sie begleiten Familien in ihrem Alltag und stehen den Eltern beispielsweise bei Arztterminen zur Seite, unterstützen beim Einkaufen oder helfen bei der Planung von Mahlzeiten. Die Ehrenamtlichen sind darauf geschult, als Ansprechpersonen zu fungieren und Anregungen zu Erziehungsfragen zu geben. Wie die Caritas Bruchsal berichtet, bieten Familienpat*innen auch Freizeitgestaltung und sind verlässliche Bezugspersonen, die Kindern und deren Eltern den Rücken stärken.
Die Notwendigkeit solcher Unterstützung wird besonders für Alleinerziehende deutlich, die oft vor großen Herausforderungen stehen und kaum Zeit für sich selbst haben. Das Netzwerk Familienpatenschaften in Baden-Württemberg bietet kostenlose, ehrenamtliche Unterstützung an. Die Sichtbarkeit dieser Angebote ist wichtig, um betroffenen Familien zu zeigen, dass Hilfe verfügbar ist. Ein Kennenlerngespräch zwischen Patin und Familie stellt sicher, dass die Unterstützung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt wird.
Eine Bereicherung für alle Beteiligten
Sieglinde Schilk empfindet ihre ehrenamtliche Tätigkeit als bereichernd. Nach vielen Jahren der Unterstützung und der Betreuung von vier Familien hat sie enge Bindungen aufgebaut und außergewöhnliche Momente erlebt. Der persönliche Kontakt zu den Familien fördert ein Netzwerk, das weit über die individuellen Hilfsangebote hinausgeht. Das Verständnis und die Unterstützung, die Schilk und ihre Kolleg*innen bieten, sind entscheidend, um den Familien in ihrem Alltag zu helfen.
Die Patenschaften können in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten dauern und sind eine wertvolle Hilfe für junge Familien. Interessierte, die sich als Familienpat*innen engagieren möchten, werden regelmäßig gesucht und durch die Projekte umfassend ausgebildet. Damit wird sichergestellt, dass sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Familien von den Erfahrungen und dem Wissen profitieren.
Das Familienpatenschaftsprojekt der Caritas und des Vereins in Ellwangen ist ein eindrucksvolles Beispiel für gemeinschaftliche Unterstützung und zeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft sein kann, insbesondere für Familien in belastenden Lebenslagen.