Die Gemeinde Bordesholm hat in den letzten Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Verdichtung des Ortszentrums voranzubringen. Hauptsächlich wird dies durch die Schaffung von mehr als 100 neuen Wohnungen ermöglicht, insbesondere in der Bahnhofstraße. Bürgermeister Ronald Büssow (SPD) hebt die Dringlichkeit hervor, dass bei Bauprojekten Fortschritte erzielt werden müssen. Nach einem Bürgerentscheid im Jahr 2017, der eine Bebauung des Veranstaltungsplatzes ausschloss, blieb allerdings ein zusammenhängendes Bauland bisher ungenutzt. Ein Lichtblick ist, dass Bordesholm seit 2023 zu den 67 Kommunen in Schleswig-Holstein gehört, die von einer schnelleren Realisierung von Bauprojekten profitieren können, was die Situation grundlegend verbessert.

Eine zentrale Fläche für zukünftige Bauprojekte ist ein 2,7 Hektar großes Landwirtschaftsgebiet an der Alten Landstraße. Ein Gutachten aus Oktober 2024 hat bestätigt, dass diese Fläche ohne Bedenken bebaut werden kann. Im Rahmen des Vorkaufsrechts hat die Gemeinde das Recht, bis Mai 2026 die Fläche vom Eigentümer zu erwerben. Dies ermöglicht es der Gemeinde, aktiv an der Gestaltung des Bauprojekts mitzuwirken und sicherzustellen, dass die Interessen der Bürger berücksichtigt werden. Der Bauausschuss hat bereits die Projektentwickler BIG Städtebau Kiel mit einer Kostenanalyse beauftragt, wofür 28.500 Euro veranschlagt sind, von denen 20.000 Euro durch das Land gefördert werden. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im Herbst 2025 erwartet. Die Fläche bietet Platz für etwa 50 bis 60 Grundstücke.

Ausbaupläne und Verkehrsanbindung

Die Diskussion über die genaue Art der Bebauung, ob Einzelhäuser, Doppelhäuser oder Mietwohnungsbau, steht noch aus. Man plant zudem die Entwicklung eines B-Planes, die voraussichtlich im Jahr 2026 oder 2027 erfolgen soll. Um die Verkehrsanbindung für die zukünftigen Bewohner zu gewährleisten, ist eine Zufahrt zum neuen Baugebiet von der L 318 in Höhe des Grünen Wegs vorgesehen. Der Verkehr soll über die Alte Landstraße abfließen, wobei die Einbahnstraße beibehalten wird.

Zusätzlich wird ein Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan für Stange-Koppel an der Kieler Straße in Richtung Neumünster angestoßen. Dieses Gebiet soll eine Mischung aus Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnraum ermöglichen; auch über ein neues Feuerwehrgerätehaus wird diskutiert. Der Auftakt der Debatte zur Feuerwehr findet am 19. März im Haupt- und Finanzausschuss im Rathaus statt. Diese Planungen verdeutlichen, dass die Gemeinde ernsthaft an einer zukunftsorientierten Entwicklung interessiert ist.

Vorkaufsrecht der Gemeinde

Das Vorkaufsrecht spielt eine wichtige Rolle in der Planung von Neubauprojekten in Bordesholm. Verkäufer oder Käufer müssen die Gemeinde über den Inhalt eines Kaufvertrags informieren. Nach der Mitteilung beginnt die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrechts, die drei Monate beträgt. Sollte die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht ausüben, wird ein neuer Kaufvertrag zwischen ihr und dem Verkäufer geschlossen, wobei die Bedingungen des neuen Vertrags grundsätzlich den Vereinbarungen zwischen Verkäufer und ursprünglichem Käufer entsprechen. Informationen zum Vorkaufsrecht werden präventiv geboten, um eine transparente und rechtssichere Abwicklung sicherzustellen. Es gibt jedoch bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend machen kann.

Das Vorkaufsrecht basiert auf einem Gesetz, das am 27. Mai 2016 novelliert wurde und seit dem 15. September 2016 in Kraft ist. Es betrifft hauptsächlich Flächen in Naturschutzgebieten, die durch verschiedene Kriterien definiert sind, um einen nachhaltigen Schutz und die Entwicklung solcher Flächen zu gewährleisten. Die Gemeinde Bordesholm stellt sicher, dass alle relevanten Kaufverträge dem Landesamt für Umwelt (LfU) gemeldet werden. Dies ermöglicht eine genaue Prüfung und gegebenenfalls eine Ausübung des Vorkaufsrechts, um die natürlichen Ressourcen der Region zu schützen.