Zwei Schiffe, ein Öltanker und ein Containerschiff, sind nach einer Kollision vor der britischen Küste in Brand geraten. Der Vorfall ereignete sich, als der Öltanker „Stena Immaculate“, der unter US-Flagge fährt und Treibstoff für das US-Militär geladen hatte, am Montagvormittag vom Frachtschiff „Solong“ gerammt wurde. Laut dem Schifffahrtsunternehmen Crowley trat anschließend Flugzeugtreibstoff aus, was die Besorgnis über mögliche Umweltverschmutzung in der Nordsee verstärkte. Greenpeace hat ebenfalls Bedenken geäußert, betont jedoch, dass es zu früh sei, um das genaue Ausmaß der Umweltschäden zu bestimmen. Insgesamt wurden 36 Besatzungsmitglieder beider Schiffe sicher an Land gebracht; ein Mensch musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die britische Küstenwache hat die Suche nach einem vermissten Crew-Mitglied der „Solong“ inzwischen abgebrochen.

Die „Solong“, die unter portugiesischer Flagge fährt, transportierte mehrere gefährliche Behälter mit Natriumcyanid, einer giftigen Substanz. Die Situation wird von Regierungsvertretern als „äußerst besorgniserregend“ beschrieben. Berichten zufolge gab es „mehrere Explosionen an Bord“ des Tankers, welche die Dramatik des Vorfalls erhöhen. Außer den umfangreichen Aufräumarbeiten ist ein deutsches Mehrzweckschiff, die „Mellum“, zur Brandbekämpfung und zur Aufnahme von Öl eingesetzt worden.

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Die „Mellum“ ist mit moderner Technik ausgestattet, die zur Brandbekämpfung und Ölaufnahme eingesetzt werden kann und hat rund 20 Personen an Bord. Zudem steht ein Flugzeug vom Typ DO 228 bereit, um Schadstoffe im Wasser zu identifizieren und die Situation genau zu überwachen. Die Ursache des Zusammenstoßes ist bisher unklar.

In der Diskussion um den Umweltschutz in den Meeren wird auf die Bedeutung internationaler Vorschriften hingewiesen. In Deutschland engagiert sich das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) aktiv für einen umweltfreundlichen Seeverkehr. Knapp zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt, und über 95% des interkontinentalen Warenaustauschs erfolgen über die Seeschifffahrt. Das BMDV setzt sich dafür ein, die Umwelt- und Klimaverträglichkeit der Schifffahrt zu verbessern und hat bereits Maßnahmen implementiert, um Emissionen zu reduzieren und ökologischen Schutz zu gewährleisten.

International gelten die MARPOL-Übereinkommen, die die Hauptverschmutzungsursachen der Schifffahrt regeln und darauf abzielen, die maritimen Umweltrisiken zu minimieren. Dies ist besonders wichtig, um katastrophale Folgen für die marinen Ökosysteme, die durch Vorfälle wie den an der britischen Küste entstehen können, zu verhindern.

Die Lage bleibt angespannt, und während die Rettungs- und Aufräumarbeiten fortgeführt werden, wird die Situation kontinuierlich von Behörden und Umweltschutzorganisationen überwacht. Experten warnen, dass der Vorfall möglicherweise weitreichende Auswirkungen auf die marine Umwelt haben könnte. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um die Effekte auf das Ökosystem der Nordsee zu bewerten.