Der fränkische Autozulieferer Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach plant, bis zu 2.800 Stellen in Deutschland abzubauen, um auf die Herausforderungen im Elektroautomarkt zu reagieren. Diese Ankündigung wurde im November 2024 veröffentlicht und ist Teil eines größeren Plans, der den Abbau von insgesamt 4.700 Stellen in Europa vorsieht. Dies entspricht etwa vier Prozent der konzernweiten Stellen, wobei die betroffenen Standorte in Deutschland und Europa in einer schwierigen Marktsituation unter Druck stehen. Laut Tagesschau wird der Nettoabbau durch Stellenverlagerungen auf etwa 3.700 reduziert.

Die Gründe für den massiven Stellenabbau liegen im steigenden Wettbewerb und einer Flaute in der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, die Schaeffler stark trifft. Um den Herausforderungen zu begegnen, erforderte der Vorstand eine umfassende Umstrukturierung, die zunächst einen einmaligen Aufwand von rund 580 Millionen Euro verursachen wird. Schaeffler erwartet jedoch jährliche Einsparungen von etwa 290 Millionen Euro bis zum Jahr 2029, wovon 75 Millionen Euro aus Synergien durch die Übernahme von Vitesco Technologies resultieren sollen.

Investitionen trotz Stellenabbau

Trotz der angekündigten Arbeitsplatzverluste bleibt Schaeffler optimistisch und investiert weiter in den Ausbau seiner Standorte. An einem neuen Technologiezentrum in Herzogenaurach, das im Oktober 2024 eröffnet wurde, wurden rund 90 Millionen Euro investiert. Das Zentrum hat eine Bruttogrundfläche von über 18.000 Quadratmetern und bietet Platz für etwa 340 Mitarbeitende. Schwerpunkte liegen dort in den Bereichen E-Mobilität, Batterietechnologie und Wasserstoff. Es umfasst zudem moderne Labore für unterschiedlichste Technologien, die für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens entscheidend sind, berichtet InFranken.

Ein weiteres großes Projekt ist das neue Projekt- und Technologiezentrum in Bühl, Baden-Württemberg, das für 50 Millionen Euro erbaut wird. Hier sollen ab Ende März 2025 die ersten von rund 400 Mitarbeitenden einziehen. Die Bauarbeiten, die im September 2022 begonnen haben, zielen darauf ab, die Aktivität in der Elektromobilität signifikant auszubauen. Zudem wird erwartet, dass ein großer Teil der benötigten Energie über eine Photovoltaikanlage, die auf dem Gelände errichtet werden soll, erzeugt wird.

Kritik an den Abbauplänen

Die Ankündigung des Stellenabbaus zählt zu den kritischen Themen, die in der Öffentlichkeit und innerhalb des Unternehmens diskutiert werden. Gewerkschaften und Betriebsrat haben bereits Schritte unternommen, um alternative Lösungen zu fordern und die Auswirkungen des geplanten Abbaus zu minimieren. Die angekündigten Maßnahmen werden auch im Kontext einer 2018 abgeschlossenen Vereinbarung mit der IG Metall vorgenommen, die unter anderem Maßnahmen wie Fluktuation und Freiwilligenprogramme vorsieht.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Schaeffler erlebt einen Rückgang seiner Erlöse um 2,6 Prozent, und das Betriebsergebnis vor Sondereffekten fiel um 44,9 Prozent auf 187 Millionen Euro. In Anbetracht dieser Umstände sah sich das Unternehmen gezwungen, die Kostenstruktur zu überprüfen und Maßnahmen zu ergreifen, um in einem zunehmend kompetitiven Markt bestehen zu können, wie Schaeffler.de berichtet.