Die Restaurantkette Sausalitos ist insolvent und auf der Suche nach einem Investor. Dies wurde am 20. März 2025 bekannt gegeben, nachdem mehrere Insolvenzanträge beim Amtsgericht München eingereicht wurden. Zu den betroffenen Gesellschaften zählen die Sausalitos Holding GmbH sowie Einzelstandorte wie Sausalitos Heumarkt 67 GmbH und Sausalitos Aachen GmbH. Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, wobei die Auswirkungen der Corona-Pandemie als mitentscheidend beschrieben werden.
In der Mitteilung wird auch auf einen deutlichen Rückgang der Gästezahlen und der Rentabilität hingewiesen. Laut bnn.de soll Rechtsanwalt Michael Schuster von der Kanzlei Jaffé als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt werden, mit dem Ziel, den Betrieb fortzuführen und einen passenden Investor für das Systemgastronomie-Konzept zu gewinnen. Rund 40 Standorte der betroffenen Gesellschaften werden weiterhin geöffnet bleiben, jedoch sind franchisenehmerbetriebene Lokale nicht direkt von den Insolvenzverfahren betroffen.
Bedingungen in der Gastronomie
Die wirtschaftliche Situation in der Gastronomiebranche bleibt angespannt. Prognosen des Unternehmens CRIF deuten darauf hin, dass die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie im Jahr 2024 voraussichtlich um über 30 Prozent ansteigen wird. Bereits im Jahr 2023 war ein Anstieg um 35 Prozent auf 906 Insolvenzen zu verzeichnen, im Vergleich zu 670 Insolvenzen im Jahr 2022. Laut CRIF haben hohe Inflation, die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen sowie der Trend zum Homeoffice erheblichen Druck auf viele Gastronomiebetriebe ausgeübt.
Besonders das Mittagsgeschäft leidet unter den veränderten Arbeitsgewohnheiten, was zu massiven Einnahmeverlusten führt. In der Branche gibt es eine Zweiteilung: Beliebte Restaurants sind in der Lage, gestiegene Kosten an die Gäste weiterzugeben, während andere Betriebe um ihre Existenz kämpfen. Gastronomiebetriebe, die bereits vor der Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten waren, zögern häufig, Preiserhöhungen vorzunehmen, aus Angst, Gäste zu verlieren.
Insolvenzgefahr und Marktveränderungen
Die Lage spiegelt sich auch in den aktuellen Daten wider: Im Juni 2024 wurden 13.852 Gastronomiebetriebe als insolvenzgefährdet eingestuft, was einem Anstieg von 10,7 Prozent auf 11,7 Prozent entspricht. Zwischen 2020 und 2022 ging die Zahl der Gastronomiebetriebe um rund 20.000 zurück, bei gleichzeitigen 2.280 registrierten Insolvenzen. Oft entscheiden sich Unternehmer aufgrund der geringen Größe ihrer Betriebe zur Geschäftsaufgabe, bevor sie offiziell Insolvenz anmelden. Typischerweise wird geschätzt, dass auf eine offiziell gemeldete Insolvenz etwa zehn stille Geschäftsaufgaben kommen.
Besonders dramatisch ist die Situation in Berlin, wo die Insolvenzgefährdung bei 14,6 Prozent liegt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (14,5 Prozent) und Sachsen (14,1 Prozent). Diese regionalen Unterschiede zeigen, wie stark die Gastronomiebranche von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betroffen ist und welche Herausforderungen die Zukunft bereithält.
Die Sausalitos-Kette, die seit 1994 mexikanisch-amerikanische Küche anbietet und in Städten wie Karlsruhe, Mannheim, Heilbronn und Stuttgart präsent ist, steht somit exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen viele Gastronomiebetriebe in Deutschland konfrontiert sind.