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Tarifwende gefordert: DGB kritisiert Lohnniveau in Sachsen

Die Bemühungen um höhere Löhne und mehr Bildungszeit in Sachsen

Der sächsische Gewerkschaftsbund DGB hat während der Mai-Kundgebungen das niedrige Lohnniveau in Sachsen kritisiert. Unter dem Motto „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit, mehr Bildungszeit“ forderte Landesvorsitzender Markus Schlimbach in Dresden eine Tarifwende. Er betonte, dass es besorgniserregend sei, dass nur 17 Prozent der Unternehmen und 43 Prozent der Beschäftigten in Sachsen von einem Tarifvertrag profitieren. Diese geringe Tarifbindung verursache nach Angaben des DGB erhebliche Schäden in Milliardenhöhe allein bei den Sozialversicherungen.

Insgesamt hatte der DGB zu Kundgebungen und Demonstrationen in 17 Städten in Sachsen aufgerufen, darunter Plauen, Annaberg-Buchholz, Bautzen, Borna und Leipzig. Rund 20.000 Menschen nahmen an diesen Veranstaltungen teil. Während der Kundgebungen wurden auch Unterschriften für einen Volksantrag gesammelt, der die Einführung von fünf Tagen Bildungsurlaub zum Ziel hat. Laut DGB-Vize Daniela Kolbe unterstützen bereits über 33.000 Menschen diesen Antrag. Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und anderen Organisationen sammelt seit September Unterschriften für diese Initiative. Bei Erreichen der erforderlichen 40.000 Unterschriften wird der Antrag beim Landtagspräsidenten eingereicht und auf seine Zulässigkeit geprüft.

Die bevorstehenden Wahlen spielten ebenfalls eine bedeutende Rolle auf den Kundgebungen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil warnte auf dem Dresdner Schlossplatz vor der AfD als einer Bedrohung für Deutschland. Er betonte die Notwendigkeit einer geordneten Migration und einer qualifizierten Einwanderung. Hubertus Heil mahnte Europa, sich nicht von rechtsradikalen Kräften spalten zu lassen und betonte die Wichtigkeit, Flagge zu zeigen. Des Weiteren besuchte der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil eine Mai-Kundgebung in Chemnitz, bevor er nach Görlitz weiterreiste, um an weiteren Veranstaltungen teilzunehmen.

Trotz der politischen Bedeutung der Kundgebungen mussten diese mit anderen Veranstaltungen konkurrieren, wie beispielsweise in Dresden, wo bei der Eröffnung der Dampferparade auf der Elbe deutlich mehr Menschen anwesend waren als bei der Gewerkschaftskundgebung. Die DGB-Kundgebungen und Forderungen nach einer höheren Tarifbindung in Sachsen spiegeln ein wachsendes Bewusstsein für soziale Anliegen wider und markieren die Bestrebungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Löhne in der Region.

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Lebt in Amberg und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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