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Gigawatt-Solarpark: Natur oder Energie?

Der geplante Solarpark in Mittelsachsen: Ein Meilenstein der Energieerzeugung oder ein Angriff auf die Natur?

Der mittelsächsische Landrat Dirk Neubauer plant die Errichtung eines Gigawatt-Solarparks im Landkreis, der bis zu 300.000 Bewohner mit Öko-Strom versorgen könnte. Dieses ehrgeizige Projekt soll in Teilschritten realisiert werden, wobei PV-Anlagen auf insgesamt 1000 Hektar bislang unberührter Landschaft entstehen sollen. Der Wert des geplanten Solarparks wird auf 770 Millionen Euro geschätzt, was ihn zum potenziell größten Konjunkturprogramm in der Geschichte des Landkreises machen könnte.

Obwohl die Solarenergie als wichtige Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel betrachtet wird, hat die Naturschutzorganisation NABU Bedenken bezüglich des damit verbundenen Flächenverbrauchs geäußert. Die geplante Anlage wäre doppelt so groß wie der bisher größte Solarpark Deutschlands und könnte Konflikte mit dem Naturschutz hervorrufen.

In diesem Zusammenhang fordert der NABU einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur bei der Planung und Umsetzung von Solarparks. Es wird angeregt, ehemalige Industrie- und Gewerbegebiete für solche Projekte zu nutzen oder Solaranlagen auf Parkplätzen und Dächern zu installieren. Zudem sollten naturschutzfachliche Standards eingehalten, ausreichende Reihenabstände berücksichtigt und Maßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen ergriffen werden.

Die Einrichtung eines Solarparks in dieser Größenordnung wird voraussichtlich Acker- und Grünflächen sowie Waldbestände beeinflussen, die ebenfalls im Kampf gegen den Klimawandel von Bedeutung sind. Der NABU betont die Notwendigkeit eines sensibleren und verantwortungsvolleren Umgangs mit der Natur angesichts der enormen Dimension dieses geplanten Projekts.

Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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