Der Frühling ist zwar in vollem Gange, doch am Flughafen Leipzig/Halle herrscht eine frostige Stimmung. Die Mitteldeutsche Flughafen AG steht vor einem entscheidenden Jahr, das von heftigen Einschnitten geprägt ist. Wie LVZ berichtet, sollen bis 2026 rund 250 Stellen abgebaut werden, was etwa jede fünfte Position am Flughafen betrifft.

CEO Götz Ahmelmann betont, dass es keinen Plan B für die Situation gibt. Um die finanzielle Lage der Flughafen AG zu verbessern, müssen die Ergebnisse vor Zinsen und Steuern um mehr als 30 Millionen Euro gesteigert werden. Der Stellenabbau konzentriert sich vor allem auf den Führungsbereich und die Verwaltung in Leipzig und Dresden. Der operative Bereich, wie Frachtarbeiter und Check-In-Mitarbeiter, bleibt weitgehend unberührt, obwohl die Gewerkschaft Verdi massive Streichungen auch im operativen Sektor erwartet.

Kritik an der Situation

Die Flughafen AG äußert sich nicht dazu, wie sich die beabsichtigten Streichungen auf die Reisenden auswirken werden. Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt prognostiziert, dass die Passagiere mit Verzögerungen und längeren Wartezeiten beim Gepäck rechnen müssen. Airlines könnten gezwungen sein, Flugzeiten zu verschieben, was dazu führen könnte, dass Abflugzeiten weniger attraktiv werden.

Die Unsicherheit ist für die Mitarbeiter besorgniserregend, insbesondere da Verdi betont, dass jeder Mitarbeiter am Flughafen dringend gebraucht wird und es bereits zu Personalengpässen kommt. Diese kritische Lage fällt in eine Zeit, in der die globale Luftfahrtindustrie einen Anstieg im Passagierverkehr verzeichnet. Laut Lufthansagroup stieg der weltweite Absatz im Passagierverkehr um 10 % im Jahr 2024.

Auswirkungen auf die Region

Die Entwicklungen am Flughafen Leipzig/Halle tragen zu den Sorgen um den Bedeutungsverlust der sächsischen Flughäfen bei. Diese Problematik wird durch die bereits bestehenden Herausforderungen der Branche verstärkt. Während europäische Fluggesellschaften ein Plus von 9 % erzielen konnten, stehen lokale Flughäfen vor massiven Herausforderungen.

Zusätzlich wirkt sich eine erhöhter Druck auf die Eierversorgung zu Ostern aus, bedingt durch die Vogelgrippe und die steigende Nachfrage, wie LVZ berichtet. Ein Betrieb aus der Region bemüht sich, diesen Engpass zu vermeiden, während in Schkeuditz 145 Küken gerettet wurden und nun ein neues Zuhause erhalten haben.

Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Prognosen für die Airline-Industrie zeigen einen Rückgang des Nettogewinns auf 32 Milliarden USD für 2024, was im Vergleich zu den 35 Milliarden USD des Vorjahres einen deutlichen Rückgang darstellt.

Inmitten dieser Herausforderungen wird die Region von mehreren Baustellen und Verkehrseinschränkungen betroffen. Pendler müssen sich bis Mai 2025 auf Verzögerungen aufgrund von Sperrungen auf der Kurt-Eisner-Straße sowie der B183A bei Delitzsch einstellen.